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Kaarst: Kaarster Kreuz wurde nach Unfall gesperrt

Kaarst : Kaarster Kreuz wurde nach Unfall gesperrt

Ein umgekippter Lkw hat Dienstagmittag die Auffahrt zur A 52 blockiert.

Es ist der dritte schwere Lkw-Unfall innerhalb von drei Tagen auf den Autobahnen rund um Düsseldorf: Im Autobahnkreuz Kaarst, in der Auffahrt zur A 52 in Fahrtrichtung Roermond, ist gestern gegen 11.30 Uhr ein aus Richtung Köln kommender niederländischer Lkw von der Fahrbahn abgekommen. Die Zugmaschine stürzte in der Kurve um. Dabei wurde ein 46 Jahre alter Beifahrer so schwer verletzt, dass er mit einem Rettungshubschrauber in eine Duisburger Klinik transportiert werden musste. Auch der 49 Jahre alte Fahrer wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Während der Bergungsarbeiten war die Auffahrt zur A 52 bis zum Nachmittag rund fünf Stunden lang gesperrt. Zu einem Verkehrschaos mit langen Staus wie am vergangenen Samstag, als auf der A 57 bei Neuss zunächst ein Tank-, und wenig später auf der A 46 bei Holzheim ein Rübenlaster umkippten, kam es dennoch nicht. "Die A 57 war frei, der Verkehr konnte an der Unfallstelle gut vorbeigeleitet werden", sagte eine Sprecherin der Düsseldorfer Autobahnpolizei.

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Drei Tage, drei Unfälle — Josef de Mülder, Projektleiter "A 57-Ausbau" beim Landesbetrieb Straßen NRW, kennt das Problem der Lkw-Fahrer mit engen Autobahnauf- und abfahrten. "An den Autobahnkreuzen der A 57 hat es schon so viele Unfälle gegeben — ich kann sie kaum zählen", sagt er. Grund dafür sei aus seiner Sicht in den allermeisten Fällen überhöhte Geschwindigkeit. "Wenn ein Lkw versucht, mit 80 km/h pro Stunde in eine Kurve zu fahren, gerät die Ladung ins Rutschen und das Fahrzeug bricht aus." Deshalb wurden auf den Fahrbahnen im Kreuz Neuss-Süd und im Kreuz Meerbusch spezielle Gripp-Beläge für mehr Reifenhaftung aufgebracht.

Auch das Kaarster Kreuz soll diesen besonderen Asphalt bekommen. Eine Rolle bei Unfällen, sagt Josef de Mülder, spiele dort aber auch der sehr enge Auf- und Abfahrtsradius. Im Zuge des Ausbaus werden die Kurven vergrößert, die sogenannten Ohren weichen einem Überflieger. Das verringert im Idealfall das Unfallrisiko — angepasstes Fahrverhalten vorausgesetzt. ADAC-Verkehrsexperte Roman Suthold sagt: "Beim Unfall gestern hat der Fahrer die Kurve offenbar falsch eingeschätzt."

(RP)