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JVA Münster: Geiselnehmer bei Polizeieinsatz im Gefängnis Münster erschossen

Großeinsatz in der Innenstadt : Geiselnehmer bei Polizeieinsatz im Gefängnis Münster erschossen

Ein Häftling ist bei einem Polizeieinsatz in der JVA Münster erschossen worden. Drei Stunden zuvor hatte er eine Auszubildende der Haftanstalt bedroht und als Geisel genommen.

Seit dem frühen Freitagmorgen lief der Großeinsatz der Polizei. Ein Häftling hatte eine Angestellte der JVA als Geisel genommen, wie eine Sprecherin des Justizministeriums bestätigte. Dabei handelte es sich um eine 29 Jahre alte Auszubildende. Die Frau sei körperlich „nahezu unverletzt“, sagte ein Sprecher des Justizministeriums am Freitag. Man kümmere sich nun intensiv um die Frau. Der 40-jährige Gefangene wurde bei der Geiselnahme von der Polizei erschossen.

Die Polizei hatte um kurz vor 10 Uhr morgens via Twitter mitgeteilt: „Einsatzlage beendet. Geisel unverletzt befreit. Der Täter ist bei dem Einsatz ums Leben gekommen.“ Die Polizei war gegen 6.30 Uhr alarmiert worden. Sie war mit einem Großaufgebot an der JVA im Einsatz.

Der erschossene Häftling wäre in gut drei Wochen entlassen worden. Der Deutsche habe eine viermonatige Haftstrafe wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte abgesessen und wäre am 10. November entlassen worden. Umso unverständlicher sei die Geiselnahme, sagte der Sprecher des Ministeriums. Sein Motiv sei weiter unklar.

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Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Münster liegt mitten in der Stadt. Das Gebiet musste weiträumig abgeriegelt werden, es kam zu Verkehrsbeeinträchtigungen.

Das Gefängnis ist nur noch zum Teil mit Gefangenen belegt. Seit Jahren ist ein Neubau im Osten der Stadt geplant. Der Bau soll 2025 bezogen werden. 2016 musste ein Teil der JVA innerhalb von 48 Stunden geräumt werden, weil Teile des denkmalgeschützten Gebäudes als einsturzgefährdet galten. Die Evakuierung des 160 Jahre alten Bereiches hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die rund 500 Häftlinge wurden kurzfristig auf andere Gefängnisse in NRW verlegt.

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(top/afp/dpa)