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JVA Euskirchen: USB-Stick mit Mitarbeiter-Infos bleibt verschwunden

Panne in JVA Euskirchen : Datenträger mit Mitarbeiter-Infos bleibt verschwunden

Der USB-Stick, den ein Mitarbeiter der Justizvollzusanstalt Euskirchen verloren hatte und der in die Hand eines Häftling geriet, ist noch nicht wieder aufgetaucht. Inzwischen hat sich die Staatsanwaltschaft in den Fall eingeschaltet.

In der Panne um einen verlorenen USB-Stick mit sensiblen persönlichen Daten von rund 80 Vollzugsbeamten der JVA Euskirchen prüft nun die Kölner Staatsanwaltschaft den Fall. Es werde untersucht, ob ein Anfangsverdacht bestehe „wegen Delikten, die im Zusammenhang stehen mit Datenmissbrauch“, sagte ein Sprecher der dortigen NRW-Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime am Mittwoch auf Anfrage. Am Dienstagabend sei eine Strafanzeige der Justizvollzuganstalt eingegangen. Ob gegen eine oder mehrere Personen ein Anfangsverdacht geprüft werde, sagte er nicht.

Den Datenträger hatte ein JVA-Mitarbeiter auf dem Parkplatz verloren, er war in die Hand eines Häftlings gelangt. Laut Gefängnisleitung ist unklar, wo sich der USB-Stick nun befindet. Auf ihm seien Beurteilungen der Beamten zu Leistung und Befähigung, Namen und Geburtsdatum gespeichert, bei wenigen auch Wohnort und Telefonnummer. Die JVA kenne den Häftling, der den Stick an sich genommen hatte und habe die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Aber auch gegen den Gefängnis-Mitarbeiter stellte die Anstalt Strafanzeige.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Strafvollzug (BSBD), René Müller, kritisierte, der Mitarbeiter habe einen großen Fehler gemacht. Zu klären sei, warum er überhaupt sensible Daten auf einen Stick gezogen und mitgenommen habe. „Ganz klar ist: in unserem Bereich sind Personendaten immer von ganz besonderer Relevanz.“ Auch das Justizministerium weiß weiter nicht, wo der Datenträger geblieben ist, sagte ein Sprecher.

(siev/dpa)