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Junge Männer aus Nordafrika machen der Polizei große Probleme

Jung, männlich, aggressiv : Junge Täter aus Nordafrika machen der Polizei zu schaffen

Junge Männer aus Nordafrika werden in den nordrhein-westfälischen Großstädten zu einem immer größeren Sicherheitsproblem. Die Kölner Polizei stellt bei Straßenräubern aus Marokko und Algerien häufig Totschläger und Messer sicher. Die Tätergruppe steht oft unter Drogen.

Besonders betroffen von dieser Art der Kriminalität sind das Ruhrgebiet, Düsseldorf und Köln. Allein in der Millionenstadt ermittelte die Polizei im vergangenen Jahr 1000 Nordafrikaner, denen 3500 Straftaten nachgewiesen werden konnten. Diese Täter stammen laut Polizei aus Ägypten, Algerien, Tunesien, Marokko und Libyen. Im vergangenen Jahr stellten Nordafrikaner laut Kölner Polizei mehr als zehn Prozent aller insgesamt 50.000 ermittelten Tatverdächtigen.

Auch die bislang 13 Beschuldigten aus der Silvesternacht sind allesamt Nordafrikaner, berichtet die Kölner Staatsanwaltschaft. Ihnen wird vorgeworfen, rund um den Dom Taschendiebstähle begangen zu haben. Sexuelle Nötigung konnte jedoch noch keinem nachgewiesen werden. In der Silvesternacht sollen überwiegend nordafrikanische Männergruppen Frauen sexuell belästigt und bestohlen haben.

Mit Sorge beobachten die Ermittler, dass die Nordafrikaner auch immer brutaler vorgehen. Bei ihren Raubzügen sind die Täter oftmals bewaffnet mit Messern und Totschlägern. "Fast keiner ist nüchtern, wenn er auf Raubzug geht", betont Korn. "Sie nehmen Drogen und spezielle Betäubungstabletten, damit sie länger auf der Straße durchhalten können. Das macht sie sehr aggressiv", so der Chefermittler. "Polizisten mussten immer wieder Gewalt anwenden, um diese Täter zu bändigen, wenn sie sie erwischen", sagt Korn.

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Seit 2013 gibt es in Köln bei der Polizei eine Arbeitsgruppe, die sich um diese Tätergruppe kümmert. Auch in Düsseldorf existiert eine entsprechende Ermittlungskommission namens "Casablanca". Rund 2200 Männer, überwiegend in Marokko geboren und jünger als 30 Jahre, hat die Polizei in ganz Düsseldorf im Visier. Am Samstagabend wurden bei einer Groß-Razzia im "Maghreb-Viertel" 40 Männer vorläufig festgenommen.

38 von ihnen stehen unter dem Verdacht, sich illegal in Deutschland aufzuhalten, einer war sogar bereits zur Abschiebung ausgeschrieben. Doch die Erfahrungen aus der Praxis der vergangenen Monate zeigen: Es ist schwierig, ermittelte Tatverdächtige in ihre Heimatländer zurückzuschicken. Einige nordafrikanische Staaten wie etwa Marokko nehmen straffällig gewordene Landsleute nicht zurück. Die Bundesregierung soll derzeit in Verhandlungen mit diesen Staaten stehen, damit sich das in Zukunft ändert.

Nach Angaben des NRW-Innenministeriums handelt es sich bei den Nordafrikanern meist um die ältesten Söhne einer Familie, die nach Europa geschickt werden, um dort Geld zu verdienen. Ihre Reise wird meistens von Schleusern organisiert, die im Voraus bezahlt werden müssen.

Auch wenn sich einzelne nordafrikanische Tätergruppen zu Straftaten verabreden, haben die Kölner Ermittler keine Hinweise darauf, dass es sich um straff organisierte Banden handelt. "Sie kennen sich zwar zum Teil und sind europaweit vernetzt, aber sie sind nicht so aufgestellt wie etwa die Mafia mit einem großen Boss im Hintergrund", sagt Kriminaldirektor Wagner.

Hier geht es zur Bilderstrecke: 2016: Großrazzia im Düsseldorfer "Maghreb-Viertel"

(csh)