Jedes vierte Kind in NRW ist chronisch krank - über Bundesdurchschnitt

Mehr als im Bundesdurchschnitt : Jedes vierte Kind in NRW ist chronisch krank

Laut eines Krankenkassenreports sind Kinder in NRW kränker als im Bundesdurchschnitt. Besonders häufig leiden Kinder an Neurodermitis und Asthma. Die Ursachen dafür sind NRW-typisch.

Etwa jedes vierte Kind in Nordrhein-Westfalen ist einer Untersuchung zufolge körperlich chronisch krank. Am häufigsten leiden die betroffenen Kinder oder Jugendlichen unter Neurodermitis und Asthma, gefolgt von Heuschnupfen und entzündlichen Darmerkrankungen. Das geht aus dem ersten Kinder- und Jugendreport der Krankenkasse DAK für NRW hervor, der am Mittwoch in Düsseldorf vorgestellt wird.

Demnach leiden fast 29 Prozent der rund drei Millionen Kinder und Jugendlichen in NRW unter chronischen Erkrankungen. Neurodermitis tritt am häufigsten bei Neugeborenen auf, Heuschnupfen eher bei den 15- bis 17-Jährigen. Jungen (31 Prozent) leiden häufiger an einer chronischen Krankheit als Mädchen (27 Prozent). In NRW kommen chronische Erkrankungen beim Nachwuchs - vor allem Heuschnupfen und Asthma - zudem häufiger vor als im Bundesdurchschnitt.

Überhaupt seien Kinder in Nordrhein-Westfalen vergleichsweise kränker als im Bundesdurchschnitt, heißt es in dem Report. Das liege vor allem am hohen Anteil von Stadtkindern im bevölkerungsreichsten Bundesland. In NRW leben 84 Prozent der bei der DAK versicherten Kinder in städtisch geprägten Gebieten und nur 16 Prozent in ländlichen Gemeinden.

Stadtkinder sind laut Report anders krank als gleichaltrige Kinder vom Land. Der Nachwuchs in Städten leide häufiger unter extremem Übergewicht und habe öfter Karies. 2016 hatten der Untersuchung zufolge 88 Prozent mehr Stadtkinder als Kinder vom Land krankhaftes Übergewicht (Adipositas). Insgesamt waren 3,6 Prozent aller Kinder in NRW krankhaft dick.

Für den Report hat die DAK die Versichertendaten von rund 110 000 Kindern im Alter von 0 bis 17 Jahren in NRW von der Universität Bielefeld untersuchen lassen. Grundlage sind die Abrechnungsdaten von 2016.

(siev/dpa)
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