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Jahresrückblick 2018: Das waren die Schlagzeilen des Jahres in NRW

Jahresrückblick 2018 : Das hat die Menschen in NRW 2018 bewegt

Der heiße Sommer mit Niedrigwasser im Rhein, der Konflikt um den Hambacher Forst, die Amokfahrt in Münster und das Ende des Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet: Vier von vielen Themen, die in Nordrhein-Westfalen 2018 für Schlagzeilen gesorgt haben. Ein Überblick.

Das Jahr 2018 hat für viele Aufreger gesorgt. Manche waren nur eine Schlagzeile wert, andere beherrschten über Wochen und Monate die Nachrichten in NRW. So wie im September, als der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan die Moschee in Köln einweiht - und damit einen riesigen Polizei-Einsatz auslöst. Mehr als 3000 Polizisten sorgen für Sicherheit. Seine Anhänger wollen ihm an der abgesperrten Moschee so nahe wie möglich kommen, an mehreren anderen Orten der Stadt gibt es Demonstrationen gegen das türkische Staatsoberhaupt.

Zwischen Empörung und Verständnis bewegten sich die Reaktionen der Menschen auf diese Nachricht: Der Chef der Essener Tafel entschließt sich, nur noch Neukunden mit einem deutschen Pass anzunehmen. Die Hilfsorganisation begründet die Maßnahme mit einem sehr hohen Anteil an Ausländern unter ihren Kunden und löst damit bundesweit eine kontroverse Debatte aus. Die Tafel hält bis zum 11. April an ihrem Aufnahmestopp für Ausländer fest.

Ebenfalls im April erschüttert eine Nachricht die Menschen in NRW: In Münster fährt ein Mann mit einem Campingbus in eine Menschenmenge vor dem Traditionslokal "Kiepenkerl" in der Innenstadt und tötet zwei Menschen. 26 kommen ins Krankenhaus, etliche davon schwer verletzt. Der Amokfahrer erschießt sich noch am Tatort selbst. Später wird klar: Es handelte sich nicht um einen terroristischen Anschlag, der Täter war psychisch krank.

Der Diesel-Skandal erreicht 2018 einen neuen Höhepunkt: Nach Klagen der Deutschen Umwelthilfe verhängen Richter für mehrere Städte Fahrverbote für Dieselfahrzeuge der Abgasklasse Euro-4 und schlechter. 2019 sollen sie in Kraft treten.

Er war heiß und er wurde noch heißer: Der Sommer 2018 schien endlos. Es gibt nicht genug Futter für das Vieh auf der Weide, Bürger stellen in ihren Gärten Tränken für Vögel und Insekten auf. Feuerwehr und Anwohner wässern Straßenbäume. Es herrscht höchste Waldbrandgefahr, in Siegen brennen mehrere Häuser bei einem Feuer an einem Bahndamm ab. Der heißeste Tag des Jahres in NRW ist der 7. August mit 38,3 Grad in Köln-Wahn.

Die Auswirkungen der Hitzewelle und dem ausbleibendem Regen sind bis in den November zu spüren. Durch das Niedrigwasser im Rhein können viele Transportschiffe nicht fahren. An zahlreichen Tankstellen in NRW ist das Benzin knapp - oder sogar ganz ausverkauft. Der Sommer 2018 sorgte für zahlreiche Schlagzeilen - hier sehen Sie die Bilder zum Jahrhundertsommer zwischen Hitze, Bränden und Unwettern.

Über Monate beherrschte außerdem der Konflikt um den Braunkohletagebau am Hambacher Forst die Nachrichten. Am 5. September rückt die Polizei mit einem Großaufgebot in das Waldgebiet bei Kerpen vor, in dem seit Jahren Umweltschützer in Baumhäusern leben. Mit fehlenden Brandschutzmaßnahmen in den selbstgebauten Hütten wird die Räumung offiziell begründet. Mitarbeiter des Energieunternehmens RWE beginnen zunächst mit schwerem Gerät, Hindernisse und Barrikaden wegzuräumen. Hundertschaften der Polizei rücken an. Sie holen die Aktivisten, die sich teilweise an den Baumhäusern und auf Podesten festgekettet haben, herunter. Nach und nach werden auch alle der rund 80 symbolträchtigen Baumhäuser abgerissen. Am 9. September gibt es einen tödlichen Unfall während der Räumungsaktion. Ein junger Blogger aus Leverkusen, der die Geschehnisse dokumentiert, stürzt durch eine Hängebrücke etwa 15 Meter in die Tiefe und stirbt.

Die Aktivisten kritisieren das Vorgehen der Polizei während der wochenlangen Räumungen und reagieren mit massiven Protesten. An den Wochenenden wird der Hambacher Forst zum Ziel von zehntausenden Demonstranten – Junge und Alte waren dabei. Der Polizeieinsatz wird zum größten in der NRW-Landesgeschichte. In unserem Dossier zum Thema gibt es Bilder, Videos und Hintergründe.

Das Jahr 2018 wird das letzte Jahr des Steinkohlebergbaus in Deutschland sein. Nach einer 150-jährigen Geschichte schließen die letzten beiden Zechen. Die letzte ist Prosper Haniel in Bottrop. Fast eine halbe Million Menschen arbeiteten in den 50er-Jahren im Ruhrbergbau - so viele wie nie zuvor und nie wieder danach. Das Ruhrgebiet lieferte die Energie und den Stahl für das deutsche Wirtschaftswunder. Ende 2018 ist auf der letzten von einst rund 150 Zechen im Revier für immer Schicht im Schacht. Am 21. Dezember ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf der Zeche Prosper-Haniel, wenn dort symbolisch der letzte Förderwagen mit Kohle ans Tageslicht kommt. Unsere Kollegin Antje Seemann erzählt die Geschichte um das Ende einer Ära in „Holgers letzte Schicht“.

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(top/dpa )