Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck soll bis November 2020 in Haft

Bis November 2020 : Holocaust-Leugnerin Haverbeck soll volle Haftstrafe verbüßen

Die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck bleibt bis November 2020 in Haft. Eine vorzeitige Entlassung im Januar hat das Landgericht Bielefeld abgelehnt. Haverbeck hatte unter anderem mehrfach behauptet, Auschwitz sei kein Vernichtungslager gewesen.

Haverbeck sitzt seit Mai 2018 wegen Volksverhetzung im Gefängnis. Nun steht fest: Die 91-jährige Holocaust-Leugnerin wird im Januar 2020 nicht vorzeitig auf Bewährung entlassen. Das entschied das Landgericht Bielefeld. Zu den Gründen äußerte sich ein Sprecher mit Verweis auf das nichtöffentliche Verfahren nicht. Die Entscheidung kann Haverbeck noch vom Oberlandesgericht (OLG) Hamm überprüfen lassen.

Ob eine Bewährungsstrafe nach zwei Dritteln der Haftzeit möglich ist, prüfen die Behörden von sich aus. Bei der 91-Jährigen stand dieser Schritt für Anfang Januar an. Bereits nach der Hälfte der Haftstrafe können Häftlinge nach eigenem Antrag auf Bewährung frei kommen. Diesen Antrag Haverbecks lehnte das Landgericht Bielefeld im Sommer ab. Das OLG bestätigte diese Entscheidung am 24. September.

Wegen Volksverhetzung in zwei Fällen hatte das Landgericht Detmold Haverbeck zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt. Das Landgericht Verden in Niedersachsen hatte sie wegen Volksverhetzung in acht Fällen zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Seit Mai 2018 sitzt die Verurteilte aus Vlotho in Ostwestfalen diese Strafe im geschlossenen Vollzug in einem Gefängnis in Bielefeld-Brackwede ab.

Haverbeck wurde bereits mehrmals wegen Volksverhetzung verurteilt. Sie behauptete wiederholt, dass das Konzentrationslager Auschwitz kein Vernichtungslager, sondern ein Arbeitslager gewesen sei. Am 27. Januar 1945 hatten sowjetische Truppen das Lager befreit. Allein in Auschwitz waren etwa 1,1 Millionen Menschen ermordet worden.

(kess/dpa)