Höxter-Horrorhaus: Urteil im Prozess verzögert sich etwas

Gericht in Paderborn : Urteil im Prozess um Horrorhaus von Höxter verzögert sich

Im Mordprozess um das sogenannte Horrorhaus von Höxter wird an diesem Freitag mit Spannung das Urteil erwartet. Zu Beginn des Prozesstages stiegen die Richter am Landgericht Paderborn allerdings noch einmal in die Beweisaufnahme ein.

Ein Mitgefangener der Angeklagten wurde noch als letzter Zeuge gehört. Er sollte etwas über die momentane Beziehung des Ex-Paares sagen können, brachte aber keine erhellenden neuen Erkenntnisse. Anschließend hatte der 48-jährige Wilfried W. noch die Möglichkeit zu einem letzten Wort. Gegen 10.30 Uhr soll das Urteil verkündet werden.

Er und seine Ex-Frau Angelika W. sollen über Jahre hinweg Frauen mit Kontaktanzeigen in ein Haus in Höxter-Bosseborn gelockt haben. Die Opfer wurden laut Anklage seelisch und körperlich schwer misshandelt. Zwei Frauen aus Niedersachsen starben an den Folgen der Quälereien.

Am Freitag hatte Wilfried W. das letzte Wort. Er entschuldigte sich bei seinen Opfern. „Ich wusste nicht, was richtig und was falsch ist. Deshalb wäre eine Therapie gut“, sagte er. Für seine Ex-Frau Angelika habe er keine Worte mehr. Sie habe während des Prozesses gelogen, „da ist nix dran“.

Auch Angelika W. durfte noch einmal sprechen. „Ich möchte mich in aller Form bei allen Frauen entschuldigen, denen ich Leid angetan habe“, sagte sie. Vor Gericht hatten sich die beiden Angeklagten gegenseitig schwere Vorwürfe gemacht.

Staatsanwaltschaft und Nebenklägern fordern nach fast zwei Jahren Verhandlung für die beiden Angeklagten lebenslange Haftstrafen und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Die Strafanträge der Verteidiger fallen deutlich niedriger aus. Für Wilfried W. wollen die Verteidiger wegen verminderter Schuldfähigkeit nur sieben Jahre und sechs Monate Haft. Für Angelika W. fordern ihre Verteidiger aus Mangel an Beweisen Freispruch.

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(hsr/top/dpa)
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