1. NRW
  2. Panorama

Hochwasser NRW und Rheinland-Pfalz: Polizei warnt vor Katastrophen-Tourismus

Appell an Bevölkerung : Polizei warnt vor Katastrophen-Tourismus

In die Katastrophengebiete fahren offenbar auch Menschen, die sich die Zerstörungen selbst anschauen wollen. Dabei behindern sie die Rettungskräfte – und bringen sich selbst in Gefahr.

Offenbar fahren zunehmend ortsfremde Menschen in die Hochwasser- und Katastrophengebiete, um sich die Verwüstungen anzuschauen. „Weiterhin erreichen uns Hinweise über beiseite geräumte Absperrungen. Wir gehen konsequent dagegen vor“, heißt es bei der Polizei im besonders schlimm betroffenen Märkischen Kreis. „Die Schilder stehen nicht aus Jux und Tollerei dort.“ Hochwassertouristen seien unerwünscht, so die Polizei.

 Die Polizei appelliert an mögliche Schaulustige, erst gar nicht anzureisen: Altena sei weiter nicht oder nur schwer erreichbar. Die Zufahrtswege seien freizuhalten. „Wer dort reinfährt, behindert die Rettungskräfte mit ihren schweren Geräten bei den Räumungsarbeiten. Das gilt auch für private Hilfskräfte“, so die Polizei. „Wenn wir Leute an den Absperrungen antreffen, schicken wir sie weg. Wir können sie da wirklich nicht gebrauchen“, sagt ein Sprecher der Polizei. Er vermutet, dass diejenigen ihre Neugierde befriedigen wollen. „Manche wohnen vielleicht noch zehn bis 15 Straßen weiter weg und wollen sehen, ob es wirklich so schlimm ist“, so der Sprecher. Die Polizei kann den Hochwasser-Touristen Platzverweise erteilen. „Im schlimmsten Fall wandern sie in die Zelle. Aber soweit ist es nicht gekommen“, so der Polizeisprecher.

  • Hochwasser-Katastrophe in Erftstadt-Blessem : „Es sollen Nachbarn gestorben sein. Ganz fürchterlich“ 
  • Was das reißende Wasser angespült hat:
    Unwetter in Deutschland : Wie das Hochwasser den Wahlkampf beeinflusst
  • Helfer des THW befüllten in Kevelaer
    THW packt Sand in Kieswerk in Kevelaer ab : 20.000 Säcke gegen das Hochwasser

 Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) in NRW verurteilt solches Verhalten. „Das ist ein absolutes No-go, das geht überhaupt nicht“, sagt Landesvorsitzender Erich Rettinghaus. „Man sieht schon Bilder von Rettungskräften bei Aufräumarbeiten, die von Schaulustigen auf der anderen Straßenseite gefilmt werden. Das darf nicht sein und muss unterbunden und geächtet werden“, erklärt Rettinghaus. „Ich vermute, dass solches Verhalten in den nächsten Tagen aber leider noch häufiger zu beobachten sein wird.“