Hochwasser in Düsseldorf und Köln: Angespannte Lage nach Regenfällen

Angespannte Lage nach Regenfällen: Hochwasser im Rheinland - Krisenstäbe im Einsatz

Hochwasser in NRW - Pegel des Rheins steigt stark an

In Köln, Düsseldorf und am Niederrhein bereiten sich die Krisenstäbe auf die möglichen Fluten vor. Die Schifffahrt auf dem Rhein könnte bald eingestellt werden.

Die Rheinpegel steigen seit Tagen. Besonders angespannt ist die Lage im Rheinland im Kölner Raum, wo der Pegelstand am Donnerstagabend bereits die Marke von sieben Metern überschritt. Die Schifffahrt ist deshalb zwischen Mondorf bei Bonn und Dormagen nur noch eingeschränkt möglich.

"Das heißt, dass die Schiffe dort nicht mehr schnell fahren dürfen und immer per Funk für Anweisungen erreichbar sein müssen", erklärte ein Sprecher des Hochwassermeldezentrums. Dort geht man davon aus, dass der Pegel in Köln am Samstag auf acht Meter steigen könnte. Bei 8,30 Meter muss die Schifffahrt eingestellt werden.

Im Süden der Domstadt sind schon Schutzwände entlang des Rheins aufgestellt worden, um das Wasser aus der Stadt herauszuhalten. Erste Straßen sind allerdings schon überschwemmt worden. Am heutigen Freitag will der Krisenstab der Stadt über das weitere Vorgehen beraten. Auch in Düsseldorf, 56 Rheinkilometer stromabwärts, starten am heutigen Freitag große Hochwasser-Vorbereitungen mit schwerem Gerät wie Bagger und Kran. Unter anderem wird das Tor zum Alten Hafen geschlossen.

Nicht nur in Köln und Düsseldorf, sondern auch in Duisburg und entlang des Niederrheins bis nach Emmerich ist die Lage angespannt, aber nicht kritisch. "Wir sind gut gerüstet. Die Deichverteidigung steht. Es besteht daher kein Grund zur Panik", erklärte Holger Friedrich, Geschäftsführer des Deichverbands Bislich-Landesgrenze, des größten Deichverbands des Landes.

100 ehrenamtliche Helfer seien derzeit am Fluss unterwegs, um schweres Treibgut zu melden, das gegen die Deiche gespült werden könnte. "Dicke Baumstämme, die vom Hochwasser aus den Rheinauen mitgeschwemmt werden, sind eine große Gefahr für die Deiche", sagte Friedrich. "Wenn die mit ihrem Gewicht gegen die Grasnarben der Deiche hauen, entstehen schnell Schäden." Auch deshalb werden bis 2025 die Deiche zwischen Bislich und der Landesgrenze zu den Niederlanden auf einer Länge von 45 Kilometern aufwendig saniert und erneuert.

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Experten gehen aufgrund der aktuellen Witterungslage davon aus, dass sich die Lage entlang des Rheins in den nächsten Tagen weiter verschärfen könnte. Der Deutsche Wetterdienst rechnet mit weiteren heftigen Regenfällen mit Mengen bis zu 100 Litern pro Quadratmetern. Die Wasserstände seien mancherorts schon jetzt so hoch, dass geringe Regenmengen reichten, um die Flüsse über die Ufer treten zu lassen, hieß es.

Die Schifffahrtsverwaltung des Bundes, die für die Aufsicht der Bundeswasserstraßen zuständig ist, hat aufgrund der Hochwasserlage bereits einige Gewässer für den Verkehr gesperrt: So dürfen auf Teilen des Neckars, der Lahn, der Mosel, der Saar, der Weser und der Aller keine Schiffe mehr fahren. Mit Blick auf die steigenden Pegelstände geht die Behörde außerdem davon aus, dass der Rhein auch bald abschnittsweise von Karlsruhe-Maxau bis Köln in den nächsten Tagen für die Schifffahrt gesperrt wird. Der Betrieb der Rheinfähre bei Leverkusen-Hitdorf ist aus Sicherheitsgründen bereits eingestellt worden.

Die acht Talsperren im Sauerland haben seit Mittwoch innerhalb von 24 Stunden rund zehn Millionen Kubikmeter Wasser zurückgehalten. Dadurch seien die Talsperren inzwischen zu 88 Prozent gefüllt, sagte eine Sprecherin des Ruhrverbands.

Unterdessen sind aus dem Fluthilfefonds des Bundes bis zum 31. Dezember 2017 rund 5,2 Milliarden Euro für die Beseitigung von Hochwasserschäden ausgezahlt worden. Das teilte das Bundesfinanzministerium mit. Sollte es durch die aktuelle Hochwassergefahr in Nordrhein-Westfalen zu neuen Schäden kommen, können Betroffene diesen Angaben zufolge allerdings nicht mit staatlicher Hilfe des Bundes rechnen.

Auch in anderen Teilen Deutschlands machen Hochwasser, starker Regen und Schneeschmelze den Einsatzkräften zu schaffen. Im Schwarzwald kam es zu Erdrutschen.

(lai, mar, csh)