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Hochwasser am Rhein 2021: Die Lage in Düsseldorf, Duisburg, Köln und Monheim

Steigender Rhein-Pegel : Keine Sorge um das Hochwasser in NRW

Der Rheinpegel steigt. Grund dafür sind starke Regenfälle und Schneeschmelze, vor allem in Süddeutschland. Große Sorgen machen sich die Rheinstädte allerdings nicht.

Der Rhein führt Hochwasser, zum ersten Mal im neuen Jahr. Innerhalb weniger Tage stieg das Wasser in Köln von anfangs 466 Zentimeter am 29. Januar auf 804 Zentimeter am 1. Februar. Erwartet wird, dass der Rhein seinen Höchststand am Dienstagabend erreicht. Er soll in Köln dann bis auf etwa 8,40 Meter angestiegen sein.

Sorgen machen sich die Verantwortlichen deswegen aber nicht. „Problematisch wird es erst ab zehn Meter 70“, sagt Birgit Konopatzki von den Stadtentwässerungsbetrieben Köln. Erreicht wurde diese Marke aber noch nie. Erst sechs Mal seit Beginn der Aufzeichnungen stieg der Rhein in Köln überhaupt über die Zehn-Meter-Marke. Am 30. Januar 1995 erreichte der Fluss mit 10,64 Metern seinen absoluten Höchststand. Um trotzdem auf das Hochwasser vorbereitet zu sein, wurden in Köln seit einem Pegelstand von 4,50 Meter erste Maßnahmen ergriffen. Beispielsweise wurde das Kanalnetz vom Rhein abgetrennt und Hochwasserpumpwerke in Betrieb genommen. Ebenso wurde das Hubtor im Stadtteil Rodenkirchen geschlossen. Sollte der Rhein wie erwartet den Pegelstand von 8,40 Meter erreichen und somit die sogenannte Hochwassermarke 2 bei 8,30 Meter überschreiten, müsste die Schiffahrt zeitweise eingestellt werden. Schon jetzt dürfen Schiffe auf dem Rhein Köln nur in der Mitte des Flusses und mit langsamer Geschwindigkeit passieren.

Auch in Duisburg sieht man die Hochwasserlage entspannt. Dort erreichte der Rhein am Montag einen Pegelstand von 8,81 Metern. „Wir erwarten, dass der Pegel am Mittwoch seinen Höchststand von etwa 9,50 Metern erreicht“, sagt Silke Kersken von den Wirtschaftsbetrieben. Dass es Hochwasser geben wird, wussten die Städte schon im Vorfeld, sagt Kersken. Bereits am Samstag hatte man in Duisburg deswegen die Zuwege zum Rhein gesperrt und ab einem Pegelstand von sechs Metern die Hochwasserschutzzentrale einberufen. Auch das Sperrtor Marientor, das zwischen Außen- und Innenhafen liegt, wurde vorsorglich gesperrt. Dass der Schiffsverkehr hier eingestellt wird, ist hingegen unwahrscheinlich. Die Hochwassermarke 2 liegt in Duisburg mit 11,30 Meter wesentlich höher als in Köln.

In Düsseldorf und der nahegelegenen Stadt Monheim brauche man sich ebenfalls keine Sorgen um das Hochwasser machen, versichern die Sprecher der beiden Städte. In der Landeshauptstadt etwa wird von Experten der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt erwartet, dass der Wasserstand des Rheins den Pegel von acht Metern nicht erreichen wird. Erst ab dieser Marke und mit steigender Tendenz wird in Düsseldorf der Krisenstab-Voralarm ausgelöst, sagt Stadtsprecher Michael Buch.

Die Maßnahmen und das Rheinhochwasser hatten gerade über das Wochenende für einen hohen Besucherandrang auf Brücken und an Ufern der Rheinstädte gesorgt. Eine der spektakulärsten Ansichten in der Landeshauptstadt sei dabei die Hochwasserwand am Alten Hafen, sagt Buch. Zu Problemen habe der Besucherandrang jedoch nicht geführt, teilten die Städte auf Anfrage mit. Andreas Apsel, Bereichsleiter Bauwesen der Stadt Monheim und zuständig für Hochwasser, bittet die Bevölkerung jedoch, die Absperrungen und Wegsperren zu beachten. „Die sind für die Sicherheit der Bevölkerung“, sagt Apsel. Auch wenn der Rhein einen ruhigen Eindruck mache, sei der Fluss mit seinen Strömungen sehr tückisch und gerade in Ufernähe sehr gefährlich.

Miteinander vergleichbar sind die Pegelstände der einzelnen Städte übrigens nicht. Während in Köln bei einem Pegelstand von elf Metern das Wasser bereits in der Innenstadt steht, kann Duisburg einem Hochwasserstand von bis zu 13 Metern trotzen. Auch mit der Tiefe des Rheins an der Messstelle habe der Pegel nichts zu tun, erklärt Apsel. Dabei handele es sich um eine wahllose Referenzlinie, die nur dazu dient, Vergleichbarkeit zu schaffen. So wurde zum Beispiel der Nullpunkt des Kölner Pegels bereits zweimal angepasst - einmal, um keine Negativwerte bei Niedrigwasser zu verzeichnen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hochwasser im Rhein im Januar und Februar 2021