Hitzewelle NRW: Höchste Grasbrandgefahr am Donnerstag in NRW

Höchste Feuergefahr in NRW : Wenn die Wiese brennt

Bei hohen Temperaturen wird meist über Waldbrandgefahr gesprochen. Am Donnerstag herrscht in ganz NRW aber auch höchste Grasbrandgefahr. Ein Feuerwehrmann erklärt, worauf Bürger verstärkt achten sollten.

Alles begann mit einer Böschung. Am 7. August 2018 geriet diese an der ICE-Strecke in Siegburg in Brand. Das Feuer griff auf mehrere Häuser über, 32 Menschen wurden verletzt, darunter zwölf Feuerwehrmänner. Untersuchungen nach der Brandursache hatten keinen Erfolg, aber Funkenflug oder Glasscherben konnten als Grund nicht ausgeschlossen werden.

Bei hohen Temperaturen wird meist über Waldbrandgefahr gesprochen. Der Fall zeigt aber, wie wichtig es ist, auch die Gefahr im Auge zu behalten, die von vertrockneten Grasflächen ausgeht. Die nämlich erfasst der Deutsche Wetterdienst (DWD) im so genannten Graslandfeuer-Index. Er beschreibt laut DWD „die Feuergefährdung von offenem, nicht abgeschattetem Gelände mit abgestorbener Wildgrasauflage ohne grünen Unterwuchs“.

Schon am Dienstag erreicht er in NRW die Stufen 3 und 4, am Donnerstag aber gilt dort fast flächendeckend die höchste Gefahrenstufe 5. Besonders gefährdet ist der Niederrhein mit seinen großen Wiesenflächen, sagt Mirko Braunheim, Sprecher des Verbandes der Feuerwehren in NRW.

Viel braucht es nicht, damit vertrocknetes Gras Feuer fängt, warnt Braunheim. Es muss nicht mal offenes Feuer sein. Eine Zigarette kann reichen oder die Hitzeverstärkung durch eine Glasscherbe. Auch wer mit einem Auto auf die Fläche fährt, kann durch heiße Motorteile ein Feuer auslösen. „Grasland ist früher gefährdet als Wald, weil es im Wald Schatten gibt und mehr Feuchtigkeit“, sagt Braunheim.

Wie schnell sich ein Feuer dann verbreitet, hängt auch mit dem Wind zusammen. Und dann kann es übergreifen – auf Wälder, auf Siedlungen. „Die Feuerwehr vor Ort kennt aber die gefährdeten Flächen, und im Ernstfall hilft die benachbarte Kommune mit weiteren Löschfahrzeugen“, sagt Braunheim.

Er ist überzeugt, dass die gefährdete Fläche durch den Klimawandel größer geworden ist, und hat festgestellt, dass die Einsätze in diesem Bereich zugenommen haben. Zuletzt brannte am 2. Juli in Monheim ein abgemähtes Gerstenfeld – auf 40.000 Quadratmetern.

(seda)
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