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Hitzefrei Schulen NRW: Eltern wollen Klimaanlagen gegen Hitze

Wann gibt es Hitzefrei in NRW? : Eltern wollen Klimaanlagen gegen Hitze in Schulen

Es ist heiß, und es wird immer öfter heiß sein in NRW – das löst eine Debatte aus, wie Kinder und Jugendliche vor der Wärme geschützt werden können. Die SPD bringt nun eine Änderung des Sommerferienrhythmus ins Spiel.

Angesichts des Klimawandels und heißer werdender Sommer wird auch die Temperatur in den Klassenräumen zu einem immer größeren Thema in den Schulen Nordrhein-Westfalens. „Es kann in der heutigen Zeit eigentlich nicht länger sein, dass in aufgewärmten Räumen unterrichtet wird. Daher müssen beim Neubau von Schulen dringend Klimaanlagen verbaut werden – und das verpflichtend“, sagte Andrea Heck, die Landesvorsitzende des Elternvereins in Nordrhein-Westfalen. Damit hätten sich „auch die wiederkehrenden Diskussionen um Hitzefrei in der Zukunft erledigt“, fügte Heck hinzu.

In den kommenden Tagen soll es in Nordrhein-Westfalen mit Temperaturen um oder über 30 Grad warm bleiben – nach Ansicht von Meteorologen ändern daran auch zwischenzeitliche Schauer wenig. Hitze im Unterrichtsraum beeinträchtigt nicht nur die Konzentrationsfähigkeit, sondern kann auch zu Kopfschmerzen und Kreislaufproblemen führen. „Meine achtjährige Tochter ist am Donnerstag direkt nach der Schule an der Haustür kollabiert. Mein Mann hatte sie noch extra schnell von der Schule abgeholt, weil sie gesagt hatte, dass es ihr viel zu warm sei in der Klasse“, berichtete eine Mutter aus dem Rheinland unserer Redaktion.

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Wann es in NRW Hitzefrei an Schulen gibt, ist in einem sogenannten Runderlass geregelt. Demnach entscheidet die Schulleitung, ob Hitzefrei gegeben wird oder nicht. „Als Anhaltspunkt ist von einer Raumtemperatur von mehr als 27 Grad Celsius auszugehen. Beträgt die Raumtemperatur weniger als 25 Grad Celsius, darf Hitzefrei nicht erteilt werden“, heißt es aus dem Schulministerium. Schüler der Grundschule sowie der fünften und sechsten Jahrgangsstufen dürfen zudem nur nach Absprache mit den Eltern vor dem regulären Unterrichtsschluss entlassen werden.

„Die aktuelle Hitzefrei-Regelung ist nicht mehr zeitgemäß, da die hohen Temperaturen keine Ausnahmeerscheinung mehr sind, sondern zunehmend zu einem allgemeinen Problem an Schulen werden“, sagte Jochen Ott, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion. Auch die Schulgebäude müssten den veränderten Gegebenheiten angepasst werden. „Es gilt ganz klar: Schulen müssen jetzt vor allem baulich hitzefrei gemacht werden“, forderte Ott.

 Die Schulexpertin der CDU-Fraktion, Claudia Schlottmann, erklärte: „Für mich ist es selbstverständlich, dass Klimaschutz, aber eben auch die Anpassung an Klimafolgen wie extremeres Wetter heute bei Neubau und Modernisierung öffentlicher Gebäude mitgedacht werden.“ Nach Ansicht des FDP-Schulexpertens Andreas Pinkwart könnten mobile Trinkbrunnen und Wasserspender für schnelle Abhilfe sorgen. „So beugen wir wirksam gegen Dehydrierung von Schülerinnen und Schülern vor“, sagte Pinkwart.

SPD-Fraktionsvize Ott regte wegen der heißer werdenden Sommer in Deutschland auch eine bundesweite Änderung der Sommerferienregel an, weil unter anderem NRW bereits im August und damit im heißesten Monat wieder mit dem Unterricht beginnen muss. „Man darf so langsam mal ein Fragezeichen machen, dass immer die Bayern und auch Baden-Württemberg als Letzte und dann eben im August in die Ferien gehen“, betonte Ott. Auch für Pinkwart wäre eine Anpassung des Ferienrhythmus durchaus denkbar. In diese Debatte müssten aber grundsätzlich alle Sommermonate aufgenommen werden. „Vor dem Hintergrund der von der Landesregierung beabsichtigten Flexibilisierung des Schulbeginns sollte auch überlegt werden, ob in den Sommermonaten Juni bis September der Schulbeginn vorverlegt werden könnte, damit der Unterricht früher enden kann“, so Pinkwart.

Eine Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion verwies auf ein neues Förderprogramm für Hitzeaktionspläne der Landesregierung. „Darin können Kommunen auch den Umgang mit der Wärmebelastung in den Schulgebäuden analysieren und Maßnahmen zur Verbesserung planen“, so die Sprecherin. Zudem müssten die Kommunen verstärkt auf eine klimaangepasste Gestaltung von Schulhöfen achten. „Bäume und Grünflächen sorgen für Schatten und Abkühlung“, erinnerte die Sprecherin.

(csh)