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NRW: Hilfe für zugewanderte Kinder soll Kriminalität senken

NRW : Hilfe für zugewanderte Kinder soll Kriminalität senken

Einheimische und Zuwanderer aus armen Ländern haben in mehreren Stadtteilen in NRW chronische Probleme miteinander. In Duisburg setzt jetzt ein Hilfsprojekt bei Kindern und Jugendlichen an. Das Ziel: Mehr Integration, weniger Kriminalität.

An Duisburger Kriminalitätsbrennpunkten startet das nordrhein-westfälische Innenministerium ein Integrationsprojekt für Minderjährige aus Südosteuropa und Nordafrika. "Die Initiative "klarkommen!" begegnet dem Problem, dass in einigen Städten Kinder und Jugendliche mit Zuwanderungshintergrund vermehrt Straftaten begehen", erläuterte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Montag. Dies dürfe nicht ausgeblendet werden, damit sich die Bürger in ihren Wohnvierteln wieder sicher fühlen könnten.

Die Initiative für Integration und weniger Kriminalität soll demnächst auch auf Dortmund und Köln ausgeweitet werden. In Gelsenkirchen und Hamm war es in den vergangenen Monaten ebenfalls zu Spannungen zwischen Einheimischen und Zuwanderern aus Südosteuropa gekommen.

In Bruckhausen, Hochfeld und Rheinhausen richten das Diakoniewerk und der Familienhilfeträger "Zukunft Orientierte Förderung" Stadtteilbüros als Anlaufstellen ein. Die dort eingesetzten Sozialarbeiter beherrschten die Sprache und seien mit den kulturellen Sitten und Gebräuchen der Kinder und Jugendlichen aus den Migrantenfamilien vertraut, erläuterte Jäger in einer Mitteilung. "Das ist eine wesentliche Voraussetzung, um Barrieren zu überwinden und Vertrauen zu schaffen."

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So könne passgenau und unbürokratisch geholfen werden. Unter anderem sollen die Jugendlichen gezielte Sprachförderung erhalten und in ihrem Schulalltag unterstützt werden. Ihr Tagesablauf soll eine geregelte Struktur bekommen. "Genauso wichtig ist es, den Jugendlichen Normen und Werte unserer Gesellschaft zu vermitteln", unterstrich der Innenminister. Neben Hilfestellung müssten auch Grenzen aufgezeigt werden. "Wir wollen die Kinder und Jugendlichen wieder in die Spur bringen."

Kriminalitätsbrennpunkte in Stadtteilen mit hohem Migrantenanteil aus armen Ländern führten zu Verunsicherung und Misstrauen gegenüber allen Zuwanderern. "Deshalb handeln wir", erläuterte Jäger. Zuwanderung bringe viele Vorteile. "Wir müssen aber dafür sorgen, dass sie funktioniert."

Das vom Innenministerium finanzierte und gemeinsam von der Polizei und der Stadt Duisburg gestaltete Projekt wendet sich auch an Eltern. Sie können sich ebenfalls an die Sozialarbeiter in den Stadtteilbüros wenden, um alltägliche Dinge besser zu regeln. "Langfristig werden wir dann erfolgreich sein, wenn die gesamte Familie mitmacht und sich helfen lässt", betonte Jäger.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Blick auf Duisburgs "Problemhaus" in Rheinhausen

(lnw)