Herne: Keine Spur von Marcel H. in Mönchengladbach

Tatverdächtiger von Herne: Marcel H. hinterließ offenbar Audiobotschaft

Im Zuge der Ermittlungen nach dem Kindermord von Herne wertet die Polizei jetzt eine digitale Audiobotschaft mit Schilderungen zur Tat aus. In der Botschaft könnte die Stimme des mutmaßlichen Täters zu hören sein. Die Suche nach dem Verdächtigen verläuft weiterhin ohne Erfolg.

"Wir nehmen an, dass die Audionachricht vom Täter stammt", sagte ein Sprecher der Polizei Dortmund, die seit Mittwoch die Ermittlungen leitet. Marcel H. beschreibe in der Aufnahme seine Eindrücke nach dem Mord an dem Jungen. Auffallend sei die Gefühlskälte, sagte der Sprecher. Die Polizei machte keine Angaben, wie sie auf die Audiobotschaft stieß.

Die Suche nach Marcel H. verläuft indes weiter ergebnislos. Die Polizei arbeitet konsequent die zahlreichen Hinweise aus der Bevölkerung ab, mehr als 1400 sind inzwischen zu dem Fall eingegangen. Die Polizei hält es für wahrscheinlich, dass sich Marcel H. immer noch in NRW aufhält.

Suche nach Marcel H.: Polizeieinsatz in Krankenhaus in Mönchengladbach beendet

Ein Augenzeuge wollte den Flüchtigen in einem Krankenhaus in Mönchegladbach gesehen haben. Durchsuchungen in Neuwerk verliefen negativ. Ein Mann hätte dem Gesuchten sehr ähnlich gesehen, teilte die Polizei mit.

Mönchengladbach: Polizei sucht Marcel H. in einem Krankenhaus

Zuvor hatte es Hinweise darauf gegeben, dass sich Marcel H. in der Stadt aufhalten könnte. In Internetforen war ein Foto aufgetaucht, dass den 19-jährigen Tatverdächtigen am Hauptbahnhof Mönchengladbach zeigen sollte. Auch dort fand ein Einsatz statt, allerdings bereits am Mittwochabend und nicht wie zunächst berichtet am Donnerstag.

Inzwischen hat sich ein 16-Jähriger bei der Polizei gemeldet, der sich auf dem Foto wiedererkannt hat. Er gab an, dass er sich zu besagter Zeit dort aufgehalten, jedoch mit dem Gesuchten nichts zu tun habe. Die Polizei bestätigte dies am Abend.

Am Mittag wurde zudem bekannt, dass sich noch weitere Zeugen aus Mönchengladbach bei der Polizei gemeldet haben. Sie wollen Marcel H. in mehreren Geschäften in Mönchengladbach gesehen haben, unter anderem im Karstadt in Rheydt und an der Trabrennbahn. Auch hier wurde die Polizei nicht fündig.

Einen ebenfalls erfolglosen Einsatz gab es am Donnerstag ebenfalls im Siegerland. Bei dem auch ein Polizeihubschrauber im Einsatz war. Auch in Düsseldorf-Benrath gab es am Morgen zwischen sieben und acht Uhr einen Einsatz wegen Hinweisen auf Marcel H.. Laut Polizei hat sich das aber als falsch herausgestellt. In der Nacht zu Donnerstag gab es zudem in Herne einen weiteren Großeinsatz. Spezialkräfte der Polizei, unterstützt von einem Hubschrauber, gingen dort einem Hinweis nach.

Nach Angaben der Polizeisprecherin haben sich bislang Hinweise, wonach der Tatverdächtige auch eine Frau in seine Gewalt gebracht und ermordet haben soll, noch nicht bestätigt. Es könne aber nach wie vor nicht ausgeschlossen werden.

  • Tötung eines Jungen in Herne : Tatverdächtiger Marcel H. könnte an der Hand verletzt sein

Am Donnerstagmorgen hatte die Polizei zudem mitgeteilt, dass sich Marcel H. möglicherweise an der rechten Hand verletzt haben könnte. "Wir können nicht sagen, ob dies der Fall ist und wie schwer, aber es kann sein, dass er sich Hilfe geholt hat." Daher bittet die Polizei weiter um Zeugenhinweise. Das Personal von Krankenhäusern und Apotheken sollte sich bei der Polizei melden, falls sich Heße Hilfe holen will. Zudem sollen in Flugblätter verteilt werden.

Außerdem veröffentlichte die Polizei das Foto eines Hundes. Sie fragte, wer Angaben zu dessen Besitzer machen könne. "Das könnte uns in unseren Ermittlungen ein Stück voranbringen", sagte eine Sprecherin. Wie der Hund mit Tat oder dem mutmaßlichen Täter in Verbindung steht, sagte sie aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.

Hinweise nimmt die zuständige Mordkommission unter der Rufnummer 0234 909 4244 entgegen.

Die Polizei fahndet inzwischen bundesweit nach Marcel H.. Der 19-Jährige wird als etwa 1,75 Meter groß mit einer sehr schlanker Statur beschrieben. Er ist demnach Brillenträger und hat kurze, blonde Haare.

Die Polizei hat auch ein Foto zu diesem Hund veröffentlicht, weil es im Zusammenhang mit der Tat stehen könnte. Weitere Angaben dazu machte die Polizei nicht. Foto: Polizei

Der 19-Jährige soll den neun Jahre alten Nachbarsjungen erstochen haben, Fotos von dem Verbrechen soll er danach online verbreitet haben. Er soll den Jungen unter einem Vorwand in sein Haus direkt nebenan gelockt haben, sagte der Anwalt der Familie, Reinhard Peters, der dpa. Der 19-Jährige sei herübergekommen und habe gefragt, ob der Junge eine Leiter halten könne. Die Obduktion ergab, dass der Neunjährige durch mehrere Messerstiche getötet wurde.

mit Material von der Nachrichtenagentur dpa

Was wir zum Fall des getöteten Neunjährigen wissen, haben wir hier zusammengetragen.

Wie Nachbarn den Tatverdächtigen beschreiben, können Sie hier nachlesen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Marcel H.: Polizeieinsatz in Mönchengladbach

(csi/das/gab)
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