Heftige Gewitter: Straßen und Keller in Fischbach unter Wasser - Frauen in Bochum von Blitz getroffen

Frauen in Bochum von Blitz getroffen : Heftige Gewitter setzen Straßen und Keller in NRW unter Wasser

Teile Deutschlands wurden wieder einmal von heftigen Unwettern heimgesucht. Betroffen war auch NRW: Straßen und Keller liefen voll Wasser. Eine Frau aus Bochum-Wattenscheid kämpft um ihr Leben - sie war von einem Blitz getroffen worden.

Schwere Gewitter sind am Sonntag über Teile Deutschlands gezogen und haben Straßen und Keller unter Wasser gesetzt. Bei Bochum wurden zwei Frauen von einem Blitz getroffen und schwer verletzt. Nach Angaben der Feuerwehr musste eine der Frauen wiederbelebt werden. Sie schwebte in Lebensgefahr.

Die 20 und 23 Jahre alten Frauen waren im Bochumer Stadtteil Wattenscheid auf einem Fuß- und Radweg unterwegs und fotografierten sich mit dem Handy, als der Blitz einschlug. Das teilte ein Sprecher der Polizei mit. Sie wurden in Krankenhäuser gebracht. Laut WDR schwebt die 23-Jährige nicht mehr in Lebensgefahr, das konnten aber weder Polizei noch Feuerwehr auf Nachfrage bestätigen.

Bei dem Gewitter habe es vor allem im Süden Bochums Starkregen und Hagel gegeben, teilte die Feuerwehr mit. Straßen wurden überflutet.

Am Nachmittag war ein Gewitter mit Starkregen über Bottrop gezogen, wie die Feuerwehr mitteilte. Im Anschluss wurden mehrere vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume gemeldet. Auch in Herdecke trat ein Bach über die Ufer, ein großer Baum stürzte auf eine Straße. Verletzt wurde dabei niemand.

Besonders betroffen war am Sonntag nach Angaben von Feuerwehr und Polizei der Werra-Meißner-Kreis im Norden Hessens. Allein in der Gemeinde Waldkappel waren mehr als 100 Feuerwehrleute im Einsatz. „Es herrscht Chaos hoch drei“, sagte ein Sprecher der Rettungsleitstelle. Im Süden von Rheinland-Pfalz galt laut Polizei in zwei Orten Katastrophenalarm. „Mehrere Ortschaften sind komplett überflutet“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr.

Am stärksten traf es demnach die Orte Fischbach und Herrstein. Dort stand das Wasser teilweise meterhoch. Wann dort der Katastrophenalarm wieder aufgehoben wird, stand am Montagmorgen zunächst nicht fest. In der Nacht zum Montag zählte die Feuerwehr 300 Einsatzstellen. Autos seien von den Wassermassen des über die Ufer getretenen Fischbachs mitgerissen worden. Hausbewohner konnten ihre Häuser aufgrund des immer weiter ansteigenden Wasserpegels nicht mehr verlassen. Verletzte gab es nach vorläufigen Angaben keine.

Schlamm- und Hagellawinen

Auch in anderen Teilen von Rheinland-Pfalz fluteten die Regenmassen am Sonntag Straßen und Keller - etwa in Kaiserslautern. Der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor für einige Regionen vor schweren Gewittern gewarnt.

In Nordhessen berichtete die Feuerwehr von Schlamm- und Hagellawinen. In mehreren Häusern habe sich der Hagel durch Türen und Fenstern gedrückt. „Die Keller standen voll damit“, sagte Stadtbrandinspektor von Waldkappel, Carsten Degenhardt, der Deutschen Presse-Agentur. Mit schwerem Geräte waren Einsatzkräfte bis in die Nacht hinein damit beschäftigt, Schlamm und Geröll von den Straßen zu räumen.

Im Ortsteil Waldkappel-Hetzerode wurde ein Auto von einer Schlammlawine eingeschlossen. Die beiden Frauen in dem Wagen hätten sich retten können, berichtete Degenhardt. Der Schlamm habe bis zu den Scheiben gestanden. Zudem sei eine Bank gegen die Windschutzscheibe gedrückt worden, die dabei kaputt ging. In dem Ort liefen viele Keller mit Wasser voll, Straßen wurden überspült. Verletzt wurde niemand.

An Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main fielen am Abend etliche Flüge aus. 66 Starts und Landungen seien annulliert worden, sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport. Es müsse mit Verspätungen gerechnet werden. Ob dies ausschließlich auf die gewittrige Wetterlage zurückzuführen war, konnte der Sprecher zunächst nicht sagen.

Deutschland steht eine fast tropische Wetter-Woche bevor. Es wird feucht und heiß bei Temperaturen bis zu 33 Grad. „Das ist für Ende Mai schon eindrucksvoll“, sagte Meteorologe Thomas Ruppert. In Kombination mit der feuchten Luft bekomme das Wetter „einen leicht tropischen Anstrich“. Am heißesten wird es in Norddeutschland.

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(csr/skr/dpa)