Handy im Auto am Steuer: Was ist erlaubt? Was ist verboten?

Handy, Musik und Co. : Was am Steuer erlaubt ist - und was nicht

In ganz NRW legen sich am Mittwoch Polizisten auf die Lauer: Wer sein Handy am Steuer nutzt, wird angehalten und zur Kasse gebeten. 100 Euro und einen Punkt in Flensburg kann so etwas schnell kosten. Doch was ist erlaubt und was nicht?

Nur mal eben eine Whatsapp-Nachricht beantworten, bei Google Maps die Route ändern oder einen Anruf wegdrücken, kann teuer werden. Doch inwieweit darf das Handy überhaupt im Auto mitfahren? Ist es bereits strafbar, wenn das Handy auf dem Schoß liegt?

Das ist im Auto verboten

  • Eines darf der Autofahrer auf keinen Fall: Das Handy während der Fahrt in der Hand halten. „Am Handy rumfummeln geht gar nicht“, sagt eine ADAC-Sprecherin. Auf dem Schoß könne das Mobiltelefon aber rein theoretisch liegen, wenn der Fahrer dem Handy dort keine Beachtung schenke. Das Handy darf außerdem nicht benutzt werden. Inwiefern ein Mobiltelefon während der Fahrt gebraucht werden darf, regelt § 23 Absatz 1a der Straßenverkehrsordnung. Demnach kann das Gerät dann genutzt werden, wenn es dafür weder aufgenommen noch gehalten wird. „Das meint vor allem eine haptische Nutzung und wenn der Blick lange von der Fahrbahn abgewendet ist“, erklärt die Sprecherin des ADAC. Die Straßenverkehrsordnung sieht vor, dass das Mobiltelefon über eine Sprachsteuerung und Vorlesefunktion genutzt werden kann. Auch erlaubt ist beispielsweise die Nutzung der Navigationsfunktion auf dem Handy. „Vor allem dann, wenn es sich in einer Halterung befindet und nicht länger darauf herumgedrückt wird, etwa um die Route zu ändern“, sagt die Sprecherin.
  • Musik darf im Auto vom Handy abgespielt werden. Es gilt jedoch eine Bedingung: „Nur solange nicht noch nach einem anderen Song auf dem Handy gesucht wird oder der Fahrer versucht, den Liedtext mitzulesen.“
  • Mal kurz mit dem Partner die Einkaufsliste durchgehen, geht allerdings auch am Steuer. „Telefonieren ist mit einer Freisprechanlage oder einem Headset erlaubt“, heißt es beim ADAC. Sofern das Auto steht, und der Motor abgeschaltet ist, darf das Handy auch in die Hand genommen werden.

Was kostet die Handynutzung im Auto oder auf dem Rad?

  • Bis zu 200 Euro kann die Handynutzung am Steuer kosten, sofern der Gebrauch die Ursache für eine Sachbeschädigung darstellt. Oben drauf gibt es dann noch zwei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot.
  • Hat der Autofahrer das Handy beim Fahren genutzt und wurde erwischt, werden 100 Euro fällig. Ebenfalls kassiert der Sünder dafür einen Punkt im Fahreignungsregister.
  • Wer durch sein Rumgefummel am Handy den Straßenverkehr gefährdet hat, muss 150 Euro zahlen, kassiert zwei Punkte und einen Monat Fahrvebrot.
  • Auch Fahrradfahrer können belangt werden. Wer auf dem Fahrrad telefoniert, zahlt 55 Euro.

Greift die Versicherung, wenn bei einem Unfall das Handy benutzt wurde?

Wer beim Fahren aufs Smartphone schaut, ist abgelenkt. So kann es schneller zu Unfällen kommen. Ob die Versicherung in einem solchen Fall für den Schaden aufkommt, hängt laut dem Pkw-Direkt- und Rechtsschutzversicherer Allsecur vom jeweiligen Tarif ab.

Sofern durch die Ablenkung ein Schaden an einem anderen Auto entstanden ist, zahlt das in jedem Fall die Kfz-Haftpflichtversicherung. Muss das eigene Fahrzeug repariert werden, ist dafür die Kaskoversicherung zuständig. Doch die Allianz-Tochtergesellschaft warnt in diesem Fall auf ihrer Internetseite: Schäden, die durch grobe Fahrlässigkeit entstanden sind, werden nicht von jeder Versicherung gedeckt. „Oft ist es tatsächlich so, dass der Schaden am eigenen Auto in diesem Fall nicht bezahlt wird“, sagt die ADAC-Sprecherin.

Wie kann die Polizei feststellen, dass das Handy im Auto benutzt wurde?

„In der Regel werden entsprechende Personen tatsächlich gesehen“, erklärt die Sprecherin des ADAC. Oftmals würden die betroffenen Personen dann versuchen, den Vorwurf abzustreiten. „Man habe sich am Ohr gekratzt, ist nur eine der vielen Ausreden.“

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