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Hamm: "Kreuzweg für die Schöpfung"-Pilger klagen über Polizeigewalt

"Kreuzweg für die Schöpfung" : Pilger klagen über Polizeigewalt in Hamm

Am Freitag war ein Teilnehmer des „Kreuzwegs für die Schöpfung“ in Gewahrsam genommen worden. Der Mann ist wieder frei. Das Bündnis hinter der Klimapilger-Aktion kritisierte allerdings am Samstag den Polizeieinsatz am Vortag in Hamm mit deutlichen Worten.

Die Polizei sei „mit völlig unangemessener Härte“ gegen die Pilgerinnen und Pilger vorgegangen, hieß es. Einige Polizisten seien mit gezogenem Schlagstock auf die Teilnehmer zugegangen, andere hätten Pfeffersprayer auf sie gerichtet. Eine Rentnerin von den „Christians for Future Aachen“ sei zu Boden gestoßen und am Kopf verletzt worden. Die Polizei Hamm konnte zu den Ereignissen auf epd-Anfrage am Samstag zunächst keine weiteren Angaben machen.

Am Samstag wollte die Pilgergruppe aus etwa 20 Menschen ihren Weg bis Lünen fortsetzen. Der von kirchlichen und Umweltinitiativen organisierte Kreuzweg von Gorleben in Niedersachsen nach Erkelenz-Lützerath im Rheinland war am Freitag in Hamm von der Polizei vorübergehend gestoppt worden. Laut Polizei kam ein Mann in Gewahrsam, weil er der Polizei seine Personalien nicht geben wollte und sich „verbal aggressiv“ gegenüber den Beamten verhalten habe. Zudem sollen zwei Mitglieder der Gruppe versucht haben, den jungen Mann beim Abführen durch die Polizei zu befreien. Die Polizei erstattete Anzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie versuchter Gefangenenbefreiung.

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Der Kreuzweg war am 4. Juli am verhinderten Atommüllendlager im niedersächsischen Gorleben gestartet und soll bis zum 1. August in mehreren Etappen nach Erkelenz-Lützerath am Braunkohletagebau Garzweiler II führen. Kontrolliert wurde die Gruppe in Hamm, weil sie Transparente mit sich führte, die nach Ansicht der Polizei politischen Charakter hatten. Für diese vermeintliche politische Veranstaltung lag der Polizei aber keine Anmeldung vor.

Die Pilger erhielten nach der Kontrolle nach eigenen Angaben die Auflage, nur noch explizit religiöse Fahnen und Transparente mitzuführen. Nicht mehr zeigen dürften sie ein Banner mit einem Zitat von Papst Franziskus „Diese Wirtschaft tötet“ und das Hungertuch von Misereor, das den gebrochenen Fuß eines Menschen zeigt, der in Santiago de Chile bei Demonstrationen gegen soziale Missstände von Angehörigen der Staatsgewalt verletzt wurde.

Mit dem rund 500 Kilometer langen Kreuzweg wollen die Teilnehmer auf die Gefährdung der Schöpfung aufmerksam machen. Weitere Etappen führen unter anderem am Steinkohlekraftwerk Datteln, der Zentrale des Energiekonzerns RWE in Essen und dem Sitz der nordrhein-westfälischen Landesregierung in Düsseldorf vorbei.

(felt/epd)