Hambacher Forst: Unbekannter Umweltaktivist zu Haftstrafe verurteilt

Prozess gegen Braunkohlegegner: Unbekannter Umweltaktivist zu Haftstrafe verurteilt

Er verschwieg seine Identität bis zuletzt, dennoch ist ein Braunkohleaktivist nun zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Er hatte sich im Hambacher Forst Vollstreckungsbeamten widersetzt.

Nach einer Blockadeaktion im Hambacher Wald ist ein Braunkohlegegner zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Der Mann, der seine Identität bis zuletzt verschwieg, hatte sich gemeinsam mit einer jungen Aktivistin auf einer Holzkonstruktion festgekettet, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag mitteilte. Er wurde den Angaben nach wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte in einem besonders schweren Fall verurteilt.

Einen Mitstreiter, der bei der Aktion allein in ein metertiefes Erdloch gekrochen war, verurteilten die Richter zur Zahlung einer Geldstrafe von 400 Euro - wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Die Verteidiger hatten einen Freispruch gefordert.

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Die Verfahren gegen zwei mutmaßlich beteiligte Aktivistinnen hatte die Vorsitzende Richterin an die Jugendkammer abgegeben. Da die vier Angaben zu ihrer Identität verweigerten, hatten sie bis zum ersten Verhandlungstag wochenlang in Untersuchungshaft gesessen. Der letzte Haftbefehl gegen einen der jungen Männer wurde jetzt mit dem Urteil aufgehoben.

(sef/lnw)