Hambacher Forst: RWE-Mitarbeiter blockieren Zufahrten zu Tagebauen aus Angst vor Jobabbau

Angst vor Jobabbau : RWE-Mitarbeiter blockieren Zufahrten zu Tagebauen

Tausende Mitarbeiter des Energiekonzerns RWE haben am Montagmorgen Zufahrten zu den Tagebauen und Kraftwerken im Rheinischen Revier blockiert. Die L264 zwischen Morschenich und Hambach war zwischenzeitlich nicht befahrbar.

An verschiedenen Mahnwachen beteiligten sich am Montagmorgen nach Angaben der Energiegewerkschaft IG BCE etwa 4000 Beschäftigte. „Die Kollegen haben Angst um ihre Zukunft und Arbeitsplätze“, sagte Gewerkschaftssprecher Manuel Rendla.

Wie die Polizei Düren mitteilte, war die L264 zwischen Morschenich und Hambach ab dem Vormittag wieder in beide Richtungen befahrbar. Die Teilnehmer der Mahnwache seien demnach auf das Betriebsgelände von RWE zurückgekehrt und alle Fahrzeuge von der Straße gefahren worden. Daraufhin sei der betroffene Abschnitt der Tagebaurandstraße wieder freigegeben worden.

Die Polizei Düren hat außerdem Ermittlungen aufgenommen, um zu prüfen, ob die Versammlung spontan war. Sollte sie lange geplant gewesen sein, läge nach Polizeiangaben ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz vor.

Nach dem Rodungsstopp im Hambacher Forst droht bei RWE möglicherweise ein Stellenabbau. Am Braunkohletagebau Hambach hängen nach Unternehmensangaben 4600 Arbeitsplätze.

Das Oberverwaltungsgericht in Münster hatte Anfang Oktober die Rodung des Hambacher Forsts bis zu einem endgültigen Urteil untersagt. RWE kündigte danach an, die Förderung im Tagebau zu drosseln.

Die Aktionen am Montagmorgen hatten nach Unternehmensangaben keine Auswirkungen auf die Stromproduktion. Diese sei durch eine Notbesetzung gesichert, sagte ein RWE-Sprecher.

(mba/dpa)
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