1. NRW
  2. Panorama

Hambacher Forst: Neun Aktivisten in U-Haft

Widerstand gegen Polizeibeamte : Neun Aktivisten aus dem Hambacher Forst in Untersuchungshaft

So sieht der Hambacher Tagebau aus der Luft aus

Am Mittwoch wurde gegen neun Aktivisten aus dem Hambacher Forst Haftbefehl erlassen. Die fünf Männer und vier Frauen, die gegen den Braunkohletagebau protestieren, sollen Widerstand gegen Polizeibeamte geleistet haben.

Drei der Aktivisten sollen unter Lebensgefahr eine Zufahrt zum Hambacher Forst blockiert haben. Nach Polizeiangaben drohte etwa einem Mann, der sich mit einem Bügelschloss um den Hals an einen Pfahl gekettet hatte, die Strangulation. Den Angaben nach konnte er sich nicht mehr selbst befreien.

Gegen die neun Aktivisten werde ermittelt. Zu ihnen gehörte laut Polizei auch ein Mann, der sich in einer selbst gegrabenen, etwa drei Meter tiefen Grube verbarrikadiert hatte, aus der er aus eigener Kraft nicht mehr herauskam. Die Tatverdächtigen verweigerten laut Polizei Angaben zu ihren Personalien. Handflächen und Fingerkuppen hatten sie nach Polizeiangaben so mit Sekundenkleber beschmiert, dass auch keine Fingerabdrücke genommen werden konnten.

Die Polizei fand bei dem Einsatz in dem Gelände unter anderem Depots mit Wurfeisen, sogenannten Krähenfüßen, mit Flüssigkeit gefüllten Christbaumkugeln und pyrotechnischen Gegenständen.

Im Hambacher Forst formiert sich immer wieder Widerstand gegen die im Zusammenhang mit dem Braunkohletagebau geplanten Rodungen. Derzeit gilt dort aber ohnehin ein gerichtlicher Rodungsstopp: In der laufenden Rodungssaison darf Energiekonzern RWE nach einer Entscheidung der Bezirksregierung Arnsberg keinen Baum fällen.

(gaa)