Hambacher Forst/Köln: Aktivistin „Eule“ wehrt sich gegen Gefängnisstrafe

Prozess in Köln : Hambach-Aktivistin „Eule“ wehrt sich gegen Gefängnisstrafe

Eine junge Frau widersetzt sich bei der Räumung des Hambacher Forsts und wird dafür verurteilt - ohne, dass die Justiz ihren echten Namen kennt. Nun wehrt sie sich in zweiter Instanz gegen die Gefängnisstrafe. Das Gericht weiß inzwischen, wer „Eule“ ist.

Eine 19 Jahre alte Aktivistin aus dem Hambacher Forst steht am Dienstag (9.30 Uhr) in einem Berufungsprozess vor dem Landgericht Köln. Die junge Frau wehrt sich gegen eine vom Amtsgericht Kerpen im Februar 2019 verhängte neunmonatige Freiheitsstrafe wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Widerstands gegen Polizeibeamte. Die Strafe wurde nicht zur Bewährung ausgesetzt. Erst im März kam die Frau nach knapp sechs Monaten Untersuchungshaft auf freien Fuß.

Die 19-Jährige hatte sich in erster Instanz geweigert, ihre Personalien preiszugeben. In der Szene der Waldbesetzer wurde sie deshalb „Eule“ genannt, die Polizei führte sie unter der Bezeichnung „UP 8 aus Aachen“. „UP“ steht für Unbekannte Person. Sie war bei der Räumung des zwischen Köln und Aachen gelegenen Hambacher Forsts am 26. September 2018 die letzte Aktivistin, die von Einsatzkräften der Polizei aus besetzten Bäumen geholt wurde. Ein Gerichtssprecher bestätigte, dass die Identität der Frau der Justiz mittlerweile bekannt ist.

Erst in der vergangenen Woche war eine australische Aktivistin in zweiter Instanz vor dem Landgericht Köln freigesprochen worden. Auch sie hatte ihre Personalien in erster Instanz vor dem Kerpener Amtsgericht nicht genannt. Sie war wegen Widerstands und Landfriedensbruchs zunächst ebenfalls zu neun Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden.

(mba/dpa)
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