Hambacher Forst aktuell: Räumung von Barrikaden schürt neuen Streit

Alle Entwicklungen im Liveblog: Räumung von Barrikaden schürt neuen Streit um Hambacher Forst

Die Räumung der Baumhäuser im Hambacher Forst ist nach dem Tod eines Journalisten vorerst gestoppt. Am Sonntag findet eine Kundgebung vor Ort statt, die auch Gedenkveranstaltung sein soll. Die aktuellen Entwicklungen lesen Sie in unserem Liveblog.

  • 9/22/18 8:37 AM
    Am Sonntag findet im Hambacher Forst wieder eine Kundgebung statt. Der Naturführer und Waldpädagoge Michael Zobel bietet seit Jahren Führungen mit dem Motto "Wald statt Kohle" im Hambacher Forst an, die angesichts der aktuellen Lage zuletzt großen Zulauf hatten. Auch für Sonntag, 23. September, war ein solcher Waldspaziergang geplant, die Polizei genehmigt aber nur eine Standkundgebung. Treffpunkt ist um 11.30 Uhr am Kieswerk Collas zwischen Morschenich und Buir. Zobel bittet darum, keine Banner mitzubringen und "politische Forderungen kurzfristig zurückzustellen", da das Treffen auch eine Gedenkveranstaltung für den tödlich verunglückten Reporter sein soll.
  • 9/22/18 6:07 AM
    Im Hambacher Forst sind Polizisten mit Fäkalien beworfen worden. Das hat mit Protest gegen die Räumung und die geplante Rodung nichts mehr zu tun. Das ist ekelhaft. Ein Kommentar.
  • 9/21/18 1:51 PM
    Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht durch den Dauereinsatz im Hambacher Forst die Grenze der Belastbarkeit der Polizei erreicht. Weil in den nächsten Tagen so gut wie keine Verstärkungskräfte aus anderen Bundesländern zur Verfügung stehe, sollen die 18 Einsatzhundertschaften in NRW zwölf Stunden am Stück eingesetzt werden. Zudem habe das Innenministerium bereits sämtliche Alarmzüge mobilisiert. Etliche Wachen und Kommissariate müssten deshalb mit deutlich weniger Personal auskommen. Für die Bewältigung weiterer Einsätze stünden zudem keine ausgeruhten Kräfte mehr zur Verfügung. Die GdP fordert deshalb, dass alle kommerziellen Großveranstaltungen, die größere Polizeieinsätze erfordern, auf den Prüfstand gestellt und notfalls abgesagt werden.

    Verantwortlich für den aktuellen Personalengpass bei der Polizei sei nicht nur der Großeinsatz im Hambacher Forst, sondern auch der kurzfristig angesetzte Besuch des türkischen Staatspräsidenten Erdogan Ende der kommenden Woche in Köln. Beim Fußball steht außerdem eine Englische Woche mit mehreren Hochrisikospielen an.

    „Für uns steht die Sicherheit der Bürger im Vordergrund. Und die unserer Kolleginnen und Kollegen. Wir müssen trotz Hambacher Forst und Erdogan-Besuch noch Reservekräfte zur Verfügung haben, falls es zu einem unvorhersehbaren dramatischen Ereignis kommen sollte“, sagte der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Heiko Müller. „Notfalls müssen auch Fußballspiele abgesagt werden.“
  • 9/21/18 12:42 PM
    Die Aachener Polizei twitterte am Freitag Bilder eines Beamten beim Einsatz im Hambacher Forst, der offenbar mit Kot beworfen wurde. Kommentar der Polizei: "Ohne Worte."
  • 9/21/18 12:36 PM
    Die Aktivisten trauern auch am Freitag um den tödlich verunglückten Reporter.
  • 9/21/18 11:59 AM
    Aktivisten aus dem Hambacher Forst haben einen Abzug aller Polizeikräfte aus dem Waldgebiet im Braunkohlerevier gefordert. „Wir fordern, dass Polizeipräsident Weinspach und Innenminister Reul alle laufenden Maßnahmen abbrechen“, teilten die Aktivisten am Freitag mit. Dazu zähle auch die Beseitigung von Barrikaden, deren Räumung die Polizei am Freitag fortsetzen will. Die Räumung der eigentlichen Baumhäuser sei nach dem Tod eines Journalisten am Mittwoch aber weiterhin gestoppt, betonten die Behörden. Die Barrikaden dagegen müssten weg, um Rettungswege freizuhalten.
  • 9/21/18 10:08 AM
    Ungeachtet der ausgesetzten Räumung im Hambacher Forst will der Energiekonzern RWE am Freitag Barrikaden auf den Waldwegen beseitigen. Die Räumung der besetzten Baumhäuser sei nach dem Unfalltod eines Journalisten in dem Braunkohlerevier zwar weiterhin unterbrochen, in diesem Fall gehe es aber um die Rettungswege, teilte die Polizei mit. „Die Notwendigkeit von Rettungswegen hat sich gezeigt. RWE ist rechtlich dazu verpflichtet, diese Wege im Wald freizuhalten“, twitterte die Behörde. Die Polizei werde die Arbeiten schützen und auch Menschen von sogenannten Tri- und Monopods „holen müssen“. Dabei handelt es sich um Konstruktionen auf Stelen, die die Waldbesetzer in der Vergangenheit immer wieder über Wegen errichtet hatten. (dpa)
  • 9/21/18 8:49 AM
    Am Sonntag soll der Tod des jungen Journalisten auch im Mittelpunkt des Waldspaziergangs stehen.
  • 9/21/18 7:55 AM
    Auch nach dem Todesfall im Hambacher Forst hält das RWE-Management an der geplanten Rodung fest. Ein kurzfristiger Verzicht würde das Unternehmen vier bis fünf Milliarden Euro kosten, sagte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“. „Die Annahme, dass der Forst gerettet werden kann, das ist Illusion“, sagte Schmitz. Er sei tief betroffen, dass für eine solche Illusion, für ein solches Symbol ein Mensch gestorben sei. Aber bei einem kurzfristigen Stopp schlüge nicht nur die entgangene Braunkohle zu Buche, sagte Schmitz. Auch müssten mit hohem Aufwand große Abraummengen herbeigeschafft werden, um die Abbruchkante des Braunkohletagebaus zu stabilisieren. Hinzu kämen Personal- und Sozialkosten, ergänzte ein RWE-Sprecher am Freitagmorgen. Er betonte allerdings, dass es sich um eine rein hypothetische Betrachtung handele.
  • 9/21/18 5:55 AM
    Die Baumhaus-Räumungen bleiben weiterhin gestoppt. Die Arbeiten würden noch nicht wieder aufgenommen, sagte eine Sprecherin der Polizei am Freitagmorgen. Das sei eine Anweisung der Landesregierung, ergänzte die Sprecherin. Wann die Räumung wieder aufgenommen wird, ist weiterhin unklar.
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(mba/hsr)