Haltern am See: Schulministerin Sylvia Löhrmann trauert mit Schülern

Trauer in Haltern : Ministerin Löhrmann trauert mit Schülern

Es ist der Versuch, das Unfassbare in Worte zu fassen: In Haltern haben sich Betroffene des Flugzeugunglücks getroffen, um gemeinsam zu trauern, zu reden und zu gedenken. Tief bewegt hat Schulministerin Sylvia Löhrmann auch mit den Klassenkameraden der 16 Opfer und dem Ehemann einer gestorbenen Lehrerin gesprochen.

Am Joseph-König-Gymnasium in Haltern am See hat am Mittwoch die Trauerarbeit begonnen: In der Aula trafen sich Schüler, Lehrer und Angehörige. Vor der Schule wurden Blumen und Kerzen abgelegt. 16 Schüler und zwei Lehrerinnen des Gymnasiums gehören zu den Opfern des Germanwings-Absturz. Sylvia Löhrmann (Grüne) zeigte sich nach den ersten Begegnungen mit Schülern und Lehrern tief betroffen. "Ich habe ihnen gesagt: Wenn jemand weint, weint er. Wenn jemand still ist, ist er still. Jeder verarbeitet Trauer anders", sagt sie. Mit Tränen in den Augen und sichtlich um Worte bemüht, trat sie nach den Begegnungen in der Schule vor die Presse.

"Den Schmerz eines verlorenen engen Familienmitglieds oder Freundes oder Freundin, den kann niemand, keine Macht der Welt, den Menschen nehmen, wir können ihn nur teilen. Und aus dem gemeinsamen Teilen kann ein wenig Trost erwachsen", sagt Löhrmann. Nach ihren Angaben sind an der Schule fünfzig Seelsorger im Einsatz. Die Ministerin dankte ausdrücklich den Notfall-Teams, Psychologen und Seelsorgern für ihre Arbeit.

Schulleiter Ulrich Wessels sagte, der Absturz mache ihn fassungslos und wortlos. "Das reißt eine tiefe Wunde in uns alle, die mit Sicherheit irgendwann verheilen wird, aber mit Sicherheit auch tiefe Narben hinterlässt." Das, was als fröhliche Fahrt gedacht war, sei in dieser Tragödie geendet. "An unserer Schule wird nichts mehr so sein, wie es vorher war", sagte Wessels. Derzeit könne er kaum daran denken, was er am nächsten Tag tun werde, "geschweige denn, was aus dem Schüleraustausch wird."

Die beiden Lehrerinnen seien junge, fröhliche Frauen gewesen. Eine wollte noch in diesem Jahr heiraten, ihre Kollegin hatte im Oktober geheiratet. Der Ehemann der Lehrerin war am Mittwoch auch in der Schule. Er traf mit Ministerin Löhrmann bei einer Trauerbegegnung zusammen.

Die Schüler waren für die verhängnisvolle Spanien-Reise ausgelost worden. Weil es für die Teilnahme am achttägigen Austauschtrip in die Nähe von Barcelona mehr Bewerber gegeben habe als Plätze, sei das Los auf die nun ums Leben gekommenen Mädchen und Jungen gefallen, sagte eine Sprecherin der Bezirksregierung.

Am Donnerstag wird es um 10.53 Uhr eine landesweite Gedenkminute geben. Zu diesem Zeitpunkt war der Kontakt des von Barcelona in Richtung Düsseldorf gestarteten Airbus zur Flugsicherung abgebrochen.

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