Großrazzia in NRW: Kommissar-Anwärter bei Polizei droht Verfahren

Nach Festnahme bei Großrazzia : Kommissar-Anwärter droht strafrechtliches Verfahren

Mit einer Großrazzia ist die Polizei gegen Clankriminalität im Ruhrgebiet vorgegangen. Dabei wurde auch ein Polizei-Schüler in Gewahrsam genommen, der Beamten beleidigt hatte. Dem 19-Jährigen drohen rechtliche Konsequenzen.

Nach der Razzia gegen Clankriminalität ermittelt die Polizei auch gegen einen Polizeischüler. Der Kommissaranwärter soll am frühen Sonntagmorgen Widerstand gegen eine Kontrolle in Essen geleistet haben. „Der Mann wurde für eine Nacht von uns in Gewahrsam genommen und dann wieder frei gelassen“, sagte eine Sprecherin der Polizei Essen. Gegen ihn sei eine Strafanzeige gestellt worden. „Jetzt kann es sein, dass daraus ein strafrechtliches Verfahren und disziplinarrechtliche Ermittlungen hervorgehen“, sagte die Sprecherin unserer Redaktion.

Der 19-Jährige soll mit drei anderen Männern in einem Auto kontrolliert worden sein. Er soll sich gegen eine Durchsuchung durch seine Kollegen stark gewehrt und versucht haben sich loszureißen. Außerdem soll er die Rechtmäßigkeit der Untersuchung angezweifelt und sich über seine Kollegen lustig gemacht haben. Zuvor hatte das Westfalen-Blatt darüber berichtet.

Etwa 1300 Polizisten waren am Samstagabend zeitgleich unter anderem in Dortmund, Essen, Duisburg, Recklinghausen, Bochum und Gelsenkirchen im Einsatz. Insgesamt wurden laut NRW-Innenministerium mehr als 1500 Menschen und über 100 Shisha-Bars, Wettbüros, Spielhallen und Diskotheken kontrolliert. Mehr als Hundert Kilogramm unversteuerter Tabak und zehn Waffen wurden beschlagnahmt. 25 Betriebe mussten zudem sofort geschlossen werden. Sie wiesen baurechtliche oder hygienische Mängel auf. Es handele sich um die größte Razzia gegen Clankriminalität in der Geschichte der Bundesrepublik, hieß es vom NRW-Innenministerium.

(ham)
Mehr von RP ONLINE