Große Razzia in NRW: Polizei-Großeinsatz gegen organisierte Kriminalität

Spezialeinsatz in sieben Städten: Zoll geht mit Großrazzia in NRW gegen organisierte Kriminalität vor

Großrazzia in NRW: Polizei startet Einsatz in Erkrath

Großeinsatz vom Zoll in NRW: Bei einer Razzia in Erkrath haben schwer bewaffnete Spezialkräfte Wohnungen und Geschäftsräume gestürmt, zwei Menschen werden vorläufig festgenommen. Insgesamt sind nach Informationen unserer Redaktion über tausend Einsatzkräfte beteiligt.

Großeinsatz vom Zoll in NRW: Bei einer Razzia in Erkrath haben schwer bewaffnete Spezialkräfte Wohnungen und Geschäftsräume gestürmt, zwei Menschen werden vorläufig festgenommen. Insgesamt sind nach Informationen unserer Redaktion über tausend Einsatzkräfte beteiligt.

Es ist kurz nach sechs Uhr, als die von langer Hand geplante Aktion von Zoll und Polizei gegen die organisierte Kriminalität in NRW beginnt. In Erkrath stürmen schwer bewaffnete Spezialkräfte Wohnungen und Geschäftsräume. Im Stadtteil Hochdahl gehen die Beamten in ein Hochhaus, nehmen dort einen Mann und eine Frau vorläufig fest. 7,2 Kilometer davon entfernt durchsuchen Beamte ebenfalls in Erkrath Büroräume in einem mehrstöckigen Geschäftsgebäude.

Insgesamt sind an dem landesweiten Einsatz nach Informationen unserer Redaktion über tausend Einsatzkräfte in NRW beteiligt. Es soll die bislang größte Razzia dieser Art in der Landesgeschichte sein.

Die Federführung liegt bei der Sonderkommission "Moses" der Zollbehörden, auch die Staatsanwaltschaft Wuppertal ist beteiligt. Unter anderem sind sechs bis acht Spezialeinsatzkommandos (SEK) des Zolls, neun Staatsanwaltschaften sowie die Eliteeinheit der Bundespolizei, die GSG 9, im Einsatz.

Im Vorfeld lagen den Beamten rund zehn Haftbefehle vor, das Netzwerk soll einen zweistelligen Millionenbetrag umgesetzt haben. Durchsucht wurden über hundert Objekte in ganz NRW.

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Geplant waren unter anderem Durchsuchungen in Ratingen, Monheim, Düsseldorf, Wuppertal, Köln, Moers und Erkrath. Der Schlag galt der Organisierten Kriminalität.

Es ging offenbar um ein Netzwerk der Bau-Mafia, dass jahrelang mit einem Geflecht von 14 Scheinfirmen fingierte Rechnungen ausgestellt haben soll, um damit die Beschäftigung von Schwarzarbeitern im großen Stil zu verdecken. Insgesamt sollen Scheinrechnungen in zweistelliger Millionenhöhe ausgestellt worden sein. Bei der Abwicklung der Geschäfte wurden teilweise Bargeldbeträge in Höhe von mehreren Millionen Euro herumgereicht.

Durch organisierte Schwarzarbeit im Baugewerbe entstünden Millionenschäden, sagte ein Sprecher des Hauptzollamts. Vor zwei Jahren war in Hessen ein Ring aus Schwarzarbeitsfirmen aufgeflogen, der jahrelang Steuern und Sozialabgaben in Millionenhöhe hinterzogen haben soll. Damals war die Soko "Blattgold" im Einsatz.

Auch im Münsterland war der Zoll Anfang 2016 in einer Razzia gegen Schwarzarbeit im Baugewerbe vorgegangen. 2015 hatte es wegen der illegalen Beschäftigung von Arbeiterkolonnen eine internationale Razzia in Deutschland, Italien und den Niederlanden gegeben.

(tor / csh)