Gladbecker Geisel-Gangster Dieter Degowski aus der Haft entlassen

Gladbecker Geiselgangster: Dieter Degowski aus der Haft entlassen

Der als Gladbecker Geiselgangster bekannt gewordene Dieter Degowski ist aus der Haft entlassen worden. Das bestätigte die Leitung der JVA Werl unserer Redaktion.

Bereits seit Oktober 2017 ist klar, dass Degowsk freikommt. Dies hatte das Landgerichts Arnsberg beschlossen. Die Freilassung sei umfassend geprüft worden. Die Kammer habe mehrere Gutachten und Stellungnahmen eingeholt und sich den positiven Prognosen angeschlossen, hieß es damals. Über die Freilassung am Freitag hatte zuerst "Bild" berichtet.

Im August 1988 hatten Degowski und sein Komplize Hans-Jürgen Rösner beim Gladbecker Geiseldrama die Republik in Atem gehalten. Drei Tage lang flüchteten sie nach einem missglückten Bankraub mit Geiseln vor der Polizei. Drei Menschen starben. Hans-Jürgen Rösner sitzt weiterhin in der JVA Aachen ein.

Degowski war zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht hatte die JVA bereits 2013 aufgefordert, ihn schrittweise auf die Entlassung vorzubereiten. Degowski hatte daraufhin einige Ausgänge einwandfrei bewältigt. Er wird zudem seinen Namen ändern. Ein entsprechender Antrag wurde bereits bewilligt.

Drei Tage im August - das Gladbecker Geiseldrama

Die Bilanz des Geiseldramas im August 1988: drei Tote und zahlreiche Verletzte. Es hagelte Kritik an Politik, Polizei und Medien.

  • Das Verbrechen

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Am Morgen des 16. August 1988 stürmen Dieter Degowski und Hans-Jürgen Rösner schwer bewaffnet eine Bank im nordrhein-westfälischen Gladbeck. Sie nehmen zwei Geiseln und fordern einen Fluchtwagen sowie 420.000 D-Mark.

  • Dieter Degowski : Gladbecker Geiselgangster könnte Ende 2017 freikommen

Journalisten geben sie ein erstes Interview. Kurz nachdem die Gangster am Abend mit Geiseln und Geld losfahren, steigt Rösners Freundin zu. Am nächsten Tag kapern sie in Bremen einen Linienbus und nehmen 35 Geiseln. Sie geben Interviews und lassen mehrere Geiseln frei.

Als die Polizei Rösners Freundin vorübergehend festhält, erschießt Degowski eine Geisel, einen 15-jährigen Jungen. Bei der weiteren Verfolgung verunglückt ein Polizist tödlich. Die Geiselnehmer lassen den Bus stehen und flüchten mit zwei Bremer Geiseln in einem Auto. Ein Journalist fährt in Köln sogar ein Stück mit.

Am Mittag des 18. August greift ein Spezialeinsatzkommando auf der Autobahn bei Bad Honnef zu. Eine 18-Jährige stirbt an einer Kugel aus Rösners Waffe.

  • Die Folgen

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Rösner und Degowski werden im März 1991 zu lebenslanger Haft verurteilt, Rösner mit anschließender Sicherungsverwahrung. Die Polizei überarbeitet ihre Einsatztaktik für solche Szenarien grundlegend. Bremens Innensenator Bernd Meyer (SPD) tritt zurück.

Die Medien werden wegen mangelnder Zurückhaltung kritisiert. Der Deutsche Presserat legt später fest, dass es Interviews mit Tätern während des Geschehens nicht geben darf.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das Geiseldrama von Gladbeck

(csi/sef/csr/dpa)