Getötete Polizistin auf A61: Lkw-Fahrer vor Gericht

Polizistin stirbt auf A61: Lkw-Fahrer nahm Cocktail aus Schnaps und Tabletten

Ein Lkw-Fahrer steht vor Gericht, weil er für den Tod einer Polizistin auf der A61 verantwortlich sein soll. Beim Prozessauftakt in Mönchengladbach gab der Mann an, sich an nichts zu erinnern.

Wodka, Selbstgebrannter, Tabletten: Damit habe er seine Hüft-Schmerzen dämpfen wollen, sagte beim Prozessauftakt in Mönchengladbach der Lkw-Fahrer, der im Dezember auf der Autobahn 61 einen Streifenwagen gerammt hat. Eine 23 Jahre alte Polizistin wurde bei dem Unfall getötet, zwei ihrer Kollegen wurden schwer verletzt. Der Lkw-Fahrer gab an, er könne sich an den Unfall nicht erinnern. Eine Dolmetscherin übersetzte für den 49 Jahre alten Ukrainer. Auch sein Verteidiger sprach für ihn: Er stehe zu der Tat, „es tut ihm unendlich leid“.

Angeklagter hatte 2,58 Promille

Der Streifenwagen hatte am 27. Dezember auf dem Standstreifen nahe der Autobahnausfahrt Viersen gehalten. Die dreiköpfige Besatzung der Kreispolizei wollte gegen 21 Uhr einen Lastwagen stoppen – am Steuer saß der angeklagte Ukrainer. Er soll bereits in den Niederlanden aufgefallen sein, weil er Schlangenlinien fuhr.

A61 bei Viersen: Lastwagen prallt gegen Streifenwagen - Polizistin stirbt

Eine Blutprobe ergab später einen Wert von 2,58 Promille. Mir rund 70 Kilometer pro Stunde prallte der Lkw laut Anklage auf das Polizeiauto. Die 23 Jahre alte Polizistin, die auf der Rückbank saß, starb an der Unfallstelle. Ihre Eltern verfolgten den ersten Verhandlungstag am Gericht, hielten sich an den Händen.

Auch die Kollegen sagten aus

Neben dem Angeklagten sagten die beiden Kollegen aus, die mit der jungen Frau im Auto gesessen hatten. „Ich kann mich an die Zeit von Heiligabend bis zum Eintritt in die Reha nicht erinnern“, sagte die 49-jährige Polizistin, die am Steuer gesessen hatte. Wochenlang schwebte sie in Lebensgefahr.

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Der 23-jährige Kommissaranwärter, der neben ihr saß, studiert mittlerweile wieder. Nach der Kollision habe er die verletzten Kolleginnen gesehen und versucht, Hilfe anzufunken, berichtete der junge Mann mit zittriger Stimme. Kurz nach dem Unfall habe er einen Nervenzusammenbruch gehabt. Bis heute habe er die Bilder des Unfalls in seinem Kopf wieder.

Der Angeklagte gab an, er habe am Unfalltag etwa vier Stunden lang an einer Raststätte gemeinsam mit zwei anderen Lkw-Fahrern Alkohol getrunken. Die Holzkohle, die er geladen hatte, habe er erst am nächsten Tag in Belgien abliefern wollen. Stattdessen war er noch am selben Abend wieder unterwegs: „Ich weiß gar nicht, wie ich losgefahren bin.“ Er muss sich wegen Gefährdung des Straßenverkehrs in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verantworten.

Die Mönchengladbacher Kammer will an insgesamt sechs Prozesstagen und bis zum 17. Juni verhandeln.