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Germanwings-Absturz: Fünf Angehörige von Opfern klagen in NRW

Flugzeugabsturz : Fünf Angehörige von Opfern klagen in NRW gegen Germanwings

Germanwings-Absturz: Eltern des Co-Piloten wollen ihren Sohn entlasten

Am heutigen Freitag jährt sich der Absturz des Fluges Germanwings 4U 9525 zum zweiten Mal. Fünf Familien wollen jetzt eine Klage gegen Germanwings am Landgericht Düsseldorf auf mehr Schmerzensgeld einreichen.

Rund 80 Angehörige der Opfer hatten sich gütlichen Einigungen mit Lufthansa/Germanwings verweigert, weil sie auf den Erfolg einer Klage in den USA hofften. Doch eine solche Zahlung können sie in Deutschland nur bis Freitag einklagen oder aushandeln. Um den Termin nicht zu verpassen, hat der Mönchengladbacher Anwalt Christof Wellens nun für alle seiner rund 35 Mandanten die Entschädigungen ausgehandelt - dabei geht es um den Ausgleich materieller Schäden, wenn beispielsweise ein Vater zu Tode kam.

Für die fünf Kläger will Wellens nun "eine deutliche Erhöhung, mindestens eine Verdoppelung". Es gab bereits pro Opfer 50.000 Euro an "Soforthilfe", plus 25.000 Euro an vererbbarem Schmerzensgeld für das Leid des Toten sowie 10.000 Euro Schmerzensgeld für jeden direkten Angehörigen (Eltern, Kinder, Geschwister). Der Berliner Anwalt Elmar Giemulla hat für fünf seiner 42 Mandanten einen Kompromiss in diesen Tagen ausgehandelt. Als Gegenleistung für eine Einigung müssen die US-Klagen zurückgezogen werden.

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Mit Unmut reagieren Lufthansa, Angehörigenanwälte und die Staatsanwaltschaft darauf, dass Günter Lubitz, der Vater des Co-Piloten Andreas Lubitz, am Freitag auf einer Pressekonferenz ein Gutachten vorlegen will, demzufolge sein Sohn das Flugzeug doch nicht in suizidaler Absicht zum Absturz brachte.

"Ein absolut unpassender Zeitpunkt" für einen solchen Vorstoß, kritisiert Anwalt Giemulla. Christoph Kumpa von der Staatsanwaltschaft Düsseldorf äußert zwar "menschliches Verständnis" dafür, dass der Vater seinen Sohn nicht als Massenmörder sehen wolle, hält aber daran fest, dass Andreas Lubitz der Täter war: "Es gibt keine Anhaltspunkte für eine Absturzursache, die nicht auf absichtliches - mutmaßlich suizidales - Verhalten zurückzuführen ist."

In verschiedenen Zitaten in der "Zeit" äußert sich Günter Lubitz widersprüchlich. So meint er, die Justiz habe nicht genügend recherchiert, kritisiert aber, dass Krankenakten der Psychiater seines Sohnes beschlagnahmt wurden. Er geht nicht darauf ein, dass der Sohn vor dem Flug recherchiert hatte, wie er sich umbringen könne, und dass das Flugzeug gezielt gegen einen Berg gesteuert wurde.

(RP)