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Gelsenkirchen: SEK-Polizist bei Drogen-Einsatz getötet

SEK-Polizist erschossen : Drogen und Waffen bei Tatverdächtigem in Gelsenkirchen gefunden

Der gewaltsame Tod eines SEK-Beamten in Gelsenkirchen erschüttert Nordrhein-Westfalen. Nach dem Polizeieinsatz haben die Ermittler in der Wohnung des Tatverdächtigen Drogen und Waffen gefunden.

Bei der Durchsuchung beschlagnahmten die Beamten Marihuana und Kokain sowie weitere Drogen, einen offensichtlich scharfen Revolver, mehrere Luftgewehre und Messer, eine Paintballhandgranate und selbstgebaute pyrotechnische Gegenstände, wie die Staatsanwaltschaft Essen und die Polizei Gelsenkirchen am Donnerstag mitteilten. Zudem sei in der Wohnung eine größere Menge Bargeld gefunden worden.

Ein 29-Jähriger Mann hatte am Mittwoch bei der Vollstreckung eines Durchsuchungsbefehls auf die Einsatzkräfte gefeuert. Ein Schuss traf den 28-jährigen SEK-Beamten, der wenig später in einem Krankenhaus starb. Das SEK war laut Polizei zu der Durchsuchung im Stadtteil Buer hinzugezogen worden, weil den Ermittlern Hinweise auf eine Bewaffnung des 29-Jährigen vorlagen, gegen den ein Drogenverfahren läuft.

Der erschossene SEK-Beamte ist der erste Elite-Polizist in NRW, der seit Gründung der Spezialeinheiten 1974 im Einsatz getötet wurde. Das teilte das Innenministerium auf Anfrage mit. Seit 2008 gab es laut Ministerium bei der gesamten NRW-Polizei fünf weitere Beamte, die im Dienst gestorben sind. In keinem Fall war es jedoch eine Gewalttat.

Das letzte Mal, dass ein Polizist in NRW im Dienst durch einen Schuss starb, war 2018 - durch einen Kollegen. Die Kugel löste sich vor einem Schießtraining im Polizeipräsidium Bonn. Der Angeklagte wurde wegen fahrlässiger Tötung zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. 2017 starben eine Beamtin und 2015 eine Beamtin sowie ein Beamter bei Unfällen auf der A61 und A44. Nach Angaben des Innenministeriums verunglückte ein weiterer Beamter 2008 im Dienst tödlich. Ältere Zahlen lagen zunächst nicht vor.

Der Fall um den am Mittwoch getöteten Polizisten ist nach Angaben des Innenministeriums allerdings definitiv der erste bei den nordrhein-westfälischen Spezialeinheiten. Sie waren 1974 als Lehre aus dem Olympia-Attentat in München 1972 gegründet worden. Die ersten SEK-Einheiten wurden laut Innenministerium 1974 in Dortmund, Düsseldorf und Köln aufgestellt. Der erschossene Beamte gehörte zum SEK Münster.

Hier geht es zur Bilderstrecke: SEK-Beamter stirbt bei Drogenrazzia in Gelsenkirchen durch Schüsse

(mba/AFP/dpa)