1. NRW
  2. Panorama

Geldautomatensprengungen NRW: Richter lässt Helfer frei

Nach Ermittlungen des LKA : Geldautomatensprengung: Richter lässt Helfer frei

Ein 31-Jähriger ist nach seiner Festnahme am Mittwoch durch das Landeskriminalamt vom Haftrichter unter Auflagen freigelassen worden. Dabei ist er laut LKA dringend tatverdächtig, an einer versuchten Geldautomatensprengung in Rösrath im Mai 2020 beteiligt gewesen zu sein.

Das Amtsgericht Düsseldorf hat nach Informationen unserer Redaktion einen mutmaßlichen Helfer einer Geldautomatensprengung auf freien Fuß gesetzt. Demnach ließ der Haftrichter den 31-Jährigen wieder gehen, nachdem er am Mittwoch zuvor von Beamten des Landeskriminalamtes (LKA) festgenommen worden war. „Von der Staatsanwaltschaft wurde ein Haftbefehl beantragt. Der ist vom Amtsgericht auch erlassen und verkündet worden, aber außer Vollzug gesetzt worden“, bestätigte eine Sprecherin der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft.

Laut LKA ist der 31-Jährige dringend tatverdächtig, an einer versuchten Geldautomatensprengung in Rösrath im Mai 2020 beteiligt gewesen zu sein. Darüber hinaus soll der Mann mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge gehandelt haben. Dem Einsatz vorausgegangen sind umfangreiche Ermittlungen der Ermittlungskommission „HEAT" des LKA NRW in enger Zusammenarbeit mit der neugegründeten Zentralstelle für die Verfolgung organisierter Straftaten (ZeOS) der Staatsanwaltschaft Düsseldorf.

  • Ein Blaulicht leuchtet an einem Einsatzwagen.
    LKA durchsucht Wohnungen : Grevenbroicher soll Geldautomaten gesprengt haben
  • Solinger vor Gericht : Richter rät von Berufung ab
  • Das Essener Landgericht.
    Mordprozess in Essen : Gericht verurteilt Ex-Freund trotz fehlender Leicher zu lebenslanger Haft

Eine Sprecherin des Amtsgerichts Düsseldorf erklärte: „Bei der Sprengstoff-Explosionsgeschichte handelt es sich um Beihilfe, die dem Betroffenen vorgeworfen wird; also keine Mittäterschaft. Das war ein Aspekt, weswegen der Richter zu einer Haftverschonung kam.“ Und weiter sagte sie: „Zudem haben wir einen festen Wohnsitz und klare soziale Verhältnisse bei dem Mann feststellen können. Deshalb ist entschieden worden, ihn unter Meldeauflagen – dreimal in der Woche – und einer Kaution von 10.000 Euro von der Haft zu verschonen.“ In Teilen der Polizei soll die Entscheidung des Haftrichters Unverständnis hervorgerufen haben. „Man hätte den Mann allein wegen der Drogen festhalten können“, hieß es aus Polizeikreisen. „Darüber kann man nur mit dem Kopfschütteln. Keine Ahnung, wie ein Richter zu so einer Entscheidung kommen kann.“

Aus Polizeisicht dürfte die Freilassung des Mannes ärgerlich sein, weil es nicht häufig gelingt, Geldautomatensprenger und Personen aus deren Umfeld festzunehmen. Auch dürften dem Zugriff intensive Ermittlungsarbeiten vorangegangen sein. In diesem Jahr hat es so viele Sprengungen gegeben wie nie zuvor; Ende November waren es bereits 170 Geldautomaten, die in NRW gesprengt worden sind – und damit doppelt so viele wie im Vorjahr.

(csh)