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Geldautomat-Sprengung passierte in NRW 2020 fast jeden zweiten Tag

Rekordjahr 2020 : Fast jeden zweiten Tag ein Geldautomat in NRW gesprengt

Die Zahl der Angriffe auf Geldautomaten ist in Nordrhein-Westfalen 2020 noch vor Jahresende auf einen Rekordstand gestiegen. Es knallte bislang 175 mal - Beute gab es aber nur selten.

Die Panzerknacker lassen es krachen: Die Zahl der Geldautomaten-Sprengungen ist in Nordrhein-Westfalen in 2020 noch vor Jahresende auf einen Rekordstand gestiegen. Nach 104 Attacken im gesamten Vorjahr waren es vor Ablauf des Jahres 2020 (Stand: 22. Dezember) bereits 175 Taten. Das teilte das Landeskriminalamt auf Anfrage mit. Damit knallte es im Schnitt fast jeden zweiten Tag.

Der bisherige Rekord war im Jahr 2016 mit 136 Sprengungen registriert worden. Diese Marke war 2020 bereits am 26. August erreicht und einen Tag später überschritten worden.

Die Ermittler der LKA-Sonderkommission „Heat“ geht davon aus, dass viele der Explosionen auf das Konto einer etwa 300-köpfigen Szene marokkanischer Einwanderer aus Utrecht in den Niederlanden gehen.

Trotz der 175 Explosionen kamen die Gangster in diesem Jahr bislang nur in 60 Fällen mit Beute davon - in 115 Fällen hielt die oftmals nachgebesserte Panzerung der Automaten der Attacke stand. In den vergangenen Wochen waren die Aktivitäten abgeflaut. Im Dezember hatten sich nur noch fünf Taten ereignet.

Die Ermittler hatten festgestellt, dass die Gangster deswegen häufiger zu Sprengstoff greifen, was die Angriffe potenziell noch gefährlicher macht. Bislang hatten die „Plofkrakers“, wie sie in den Niederlanden heißen, in der Regel ein explosives Gasgemisch in die Automaten strömen lassen und gezündet.

2018 waren 108 Sprengattacken gezählt worden. Nach einem leichten Rückgang in 2019 folgte 2020 also die Trendumkehr. Die Täter haben in den vergangenen Jahren etliche Millionen Euro erbeutet und zusätzlich Millionenschäden durch die Sprengungen angerichtet.

Die sogenannte Audi-Bande türmt meist mit hochmotorisierten gestohlenen Autos und extrem rücksichtslosem Fahrverhalten. In einigen Fällen hatten sie die Airbags ausgebaut, um im Fall von Kollisionen weiterrasen zu können.

(peng/dpa)