Gegen Extremismus: NRW-Justiz bekommt "Zentrum für interkulturelle Kompetenz"

Bundesweit einzigartiges Projekt: NRW-Justiz gründet Kompetenzzentrum gegen Extremismus

NRW-Justizminister Peter Biesenbach hat die Gründung des bundesweit ersten "Zentrums für interkulturelle Kompetenz der Justiz" angekündigt. Dabei sollen ab Jahresende zwölf Mitarbeiter die landesweiten Einrichtungen der Justiz in Fragen des Islamismus, des Extremismus und der politischen Gewalt schulen.

Ein Sprecher des NRW-Justizministeriums sagte auf Anfrage der "Bielefelder Zeitung", dass es sich um ein bundesweit einzigartiges Projekt handele. Biesenbach betonte: "Wir müssen uns um Kriminalitätsphänomene wie die Krawalle rund um den G20-Gipfel oder die Kölner Silvesternacht kümmern." Denn bei diesen Ereignissen habe der Staat vorübergehend die Kontrolle verloren, was die Menschen zutiefst verunsichere.

Das Zentrum soll laut Biesenbach Strategien erarbeiten, um ein Abdriften von Haftinsassen in den Extremismus zu vermeiden. Zudem gehe es um Konzepte für den Umgang mit Angeklagten, Zeugen und Publikum in den Gerichtssälen. "Der Schulungsbedarf ist groß", so Biesenbach.

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Der Politiker verwies auf die Bildungsarbeit von vier Islamwissenschaftlern in der Justizvollzugsanstalt Remscheid. "Das funktioniert echt gut. Die Kollegen haben schon jetzt mehr als 1.600 Kräfte aus dem Justizvollzug geschult."

(beaw)