Gefängnis in Bochum: So konnte ein Häftling aus dem Knast ausbrechen

Bericht deckt Mängel auf : So konnte ein Häftling aus dem Bochumer Knast ausbrechen

Immer wieder Bochum: Nach dem jüngsten Ausbruch listet ein Untersuchungsbericht Fehler und Mängel des Gefängnisses auf, in dem sich der jüngste Ausbruch abgespielt hatte.

Der jüngste Gefängnisausbruch in Bochum von Mitte August ist durch Mängel und Fehler im Strafvollzug ermöglicht worden. Das geht aus einem Bericht des NRW-Justizministeriums an den Landtag hervor.

Demnach hätte der geflohene Häftling nicht unbeaufsichtigt als Sportwart eingesetzt werden dürfen. Durch einen Irrtum sei dies dennoch geschehen und nicht in der Vollzugskonferenz diskutiert worden, habe die Anstaltsleiterin mitgeteilt. Dadurch habe der 42-Jährige den Ausbruch professionell vorbereiten und realisieren können.

Neben der Sporthalle des Gefängnisses sei zudem ein schlecht gesicherter Container aufgestellt gewesen, in dem der Gefangene seine zur Flucht geschaffene Konstruktion aus Stangen habe verstecken können.

Zudem seien mehrere Fenster der 2004 gebauten Sporthalle auf dem Gefängnisgelände nicht vergittert. Die Beobachtungskanzeln auf der Außenmauer des Gefängnisses seien wegen Asbestbelastung seit mehr als drei Jahren nicht mehr besetzt gewesen.

Eine Fußstreife habe die Beobachtungsposten ersetzen sollen. Im Zeitraum des Ausbruchs sei die Streife aber wegen krankheitsbedingter Ausfälle abgezogen gewesen.

Der Mann sei seit dem Ausbruch am 15. August auf der Flucht. Der 42-Jährige hätte bis 2021 hinter Gittern bleiben sollen. Außerdem sollte er an ein anderes Land ausgeliefert werden. Er war wegen Körperverletzung, Diebstahls und schweren Raubes verurteilt worden.

Mit einer selbst gebastelten Stangenkonstruktion habe er die fünf Meter hohe Gefängnismauer überwinden können, an der er noch eine Kunststoffmatte zum Schutz vor dem Stacheldraht befestigt hatte. Im Gefängnis seien eine Reihe von Sofortmaßnahmen ergriffen worden.

Außerdem habe die Anstaltsleiterin „Unterstützung durch erfahrene Sicherheitsexperten“ erhalten. Zudem werde die Aufsichtsbehörde sie unterstützen, um das Problembewusstsein in Sicherheitsfragen „zu schärfen“.

(dtm/dpa)
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