Fünf wichtige Regeln: So rettet man einen Menschen vor dem Ertrinken

Fünf wichtige Regeln : So rettet man einen Menschen vor dem Ertrinken

Wer einen Schwimmer in Not sieht, möchte helfen. Aber wie holt man einen Ertrinkenden am besten aus dem Wasser? Die Regeln sind einfach.

Ein Familienvater ist diese Woche im Kaarster See ertrunken, im Biggesee in Olpe wollte ein Mönch seinem Ordensbruder helfen, der im Wasser in Not geraten war, und starb dabei selbst. Seine Leiche wurde am Samstag geborgen. Auch ein 18-Jähriger, der am Donnerstagabend in Düsseldorf von einer Welle in den Rhein gezogen wurde, wird immer noch vermisst. Noch hoffen die Helfer, dass er es geschafft hat, sich aus eigener Kraft ans Ufer zu retten.

Wenn das Wetter schön ist, kommt es immer wieder zu tödlichen Badeunfällen. In einem Freizeitbad in Lippstadt ist vor wenigen Tagen ein sechsjähriger Junge ertrunken. Wie greift man am besten ein, wenn ein Schwimmer in Not geraten ist, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen?

Klaus Wagner von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Landesverband Westfalen, hat uns erklärt, wie man sich richtig verhält. Die Regeln gelten für stehende Gewässer - Seen und Schwimmbäder - und nicht für Flüsse.

  • Bevor man als Retter ins Wasser geht, sollte man den Notruf 112 wählen oder andere Badegäste bitten, Rettungskräfte zu alarmieren.
  • Als Retter sollte man zum Opfer immer Abstand halten, um nicht von ihm in Panik unter Wasser gezogen zu werden. „Der Ertrinkende betrachtet den Retter wie ein Stück Holz und will sich festklammern“, sagt Wagner. Zunächst also Abstand halten und möglichst beruhigend auf denjenigen einreden. „Man kann ihm dann ein Hilfsmittel reichen, das man sich geschnappt hat, bevor man zu ihm geschwommen ist - einen Ast oder auch eine Jeans, die im Wasser eine Art Seil sein kann.“
  • Mit dem sogenannten Achselschleppgriff kann der Retter das Opfer ans Ufer bringen. Der Rettungsschwimmer legt ihm beide Arme unter die Achseln und schwimmt per Beinschlag. Im besten Fall kann der Gerettete mithelfen.
  • Wenn das Opfer bewusstlos ist, legt der Rettungsschwimmer ihm beide Hände von hinten unters Kinn und hält so seinen Kopf über Wasser. Der Retter muss nun zwar das Schwimmen allein übernehmen, aber wegen des geringeren Gewichts im Wasser ist es möglich, auch einen Schwergewichtigen ans Ufer zu ziehen.
  • Am Ufer angekommen bringt man das Opfer in die stabile Seitenlage, im besten Fall sind die ausgebildeten Rettungskräfte schon da und übernehmen alle weiteren Maßnahmen.

Für fließende Gewässer gelten diese Regeln nicht. Der DLRG warnt jedes Jahr erneut vor dem Schwimmen im Rhein und rät dringend davon ab, Rettungsversuche zu unternehmen. Bei gefährlichen Strömungen wirkt der Sog im Fluss so stark, dass er selbst geübte Schwimmer bis auf den Grund zieht. „Man hat da keine Chance“, sagt Wagner. Die Strömungen sind unberechenbar und meist nicht zu erkennen. Wagner rät, am Ufer entlang zu laufen und zu versuchen, den Ertrinkenden nicht aus den Augen zu lassen, um den Rettungskräften telefonisch den ungefähren Standort durchgeben zu können.

Mehr von RP ONLINE