Frühblüher, Vogelzug und Krötenwanderung Vorfreude auf den Frühling – fünf erste Boten in NRW

Düsseldorf · Für Winterfans ist es vielleicht keine gute Nachricht, für alle anderen dafür umso mehr: Der Frühling kommt. Auch in Nordrhein-Westfalen kann man die ersten zarten Zeichen dafür schon sehen – und hören.

NRW: Der Frühling erwacht - die schönsten Fotos aus der Region
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So schön ist das Frühlingserwachen

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Foto: Paul Küchler

Wer früh zur Arbeit muss, der hat es vermutlich als erstes bemerkt: Die Tage sind wieder merklich länger, der Frühling kommt. Wer aufmerksam durch die Welt geht, dem fallen vielleicht auch schon erste Vorboten des Frühlings auf, der kalendarisch allerdings erst in knapp einem Monat beginnt, am 20. März.

Die ersten Frühblüher

Sie sind die wohl auffälligsten Anzeichen des Frühlings: Endlich wird es wieder bunt in Parks und auf Wiesen in Nordrhein-Westfalen. Laut Naturschutzbund (Nabu) NRW sind es dabei die frühblühenden Zwiebelpflanzen wie Schneeglöckchen und Krokusse, die den Anfang machen. Sie sind dabei hervorragend an die noch kalte Jahreszeit angepasst. „Die Vorbereitung auf diesen frühen Austrieb startet jeweils schon im Vorjahr“, erklärt Thomas Hövelmann aus Münster, Sprecher des Bundesfachausschuss Botanik im NABU. Dann sammeln sie nämlich Kohlehydrate in Form von Stärke an und lagern sie in ihren Speicherorganen, den Zwiebeln, ein. Sobald sich die ersten Sonnenstrahlen zeigen, können sie dann quasi konkurrenzlos diese lebenswichtige Energie aufnehmen und austreiben. Die Frühblüher sind dabei nicht nur für uns Menschen hübsch anzusehen, sondern bieten auch Insekten die erste Nahrung nach dem Winter.

Bereits im Februar starten Schneeglöckchen, Märzenbecher, Bärlauch, Schlüsselblume und Krokus. Auch erste Gehölze wie die Kornelkirsche und die Haselnuss, Kostenpflichtiger Inhalt Allergiker werden es bemerkt haben, beginnen den Pollenflug. Später kommen dann Leberblümchen, Busch-Windröschen und Wald-Veilchen hinzu. In den Parks in NRW, wie etwa im Duisburger Kantpark oder der Flora in Köln, dominieren oft Narzissen (Osterglocken) und die ersten Tulpen.

Die Zugvögel kehren zurück

Ein besonderes Spektakel zweimal im Jahr ist der Zug der Kraniche, die im Herbst in ihre Winterquartiere in Südeuropa ziehen. Schon seit Ende Januar kehren sie zurück, vor gut einer Woche meldete der Nabu die ersten Sichtungen. Ein Schwerpunkt ist dabei eine breite Route über Hessen, aber auch in NRW sind die großen Vögel zu sehen, wenn das Wetter mitspielt. Bei Regen und Gegenwind ziehen die Kraniche nämlich nur ungern.

Die Kraniche haben es beim Weg in die Brutreviere grundsätzlich recht eilig, so der Nabu. Während sie im Herbst oft mehrere Wochen an den großen Rastplätzen pausieren, wird auf der Rückreise durchgezogen. Denn es geht jetzt um geeignete Brutreviere für jeweils ein Kranichpaar, wo im Frühling und Sommer der Nachwuchs aufgezogen wird.

Neben den besonders imposanten Kranichen sind aber auch andere Zugvögel unterwegs. Zu dem Kurz- und Mittelstreckenziehern gehören etwa Rotkehlchen, Feldlerche, Buchfink und Kiebitz, sie überwintern in Südeuropa und dem Mittelmeerraum. Langstreckenzieher hingegen, wie Weißstorch, Mauersegler, Rauchschwalbe und Nachtigall ziehen bis südlich der Sahara.

Die Kröten begeben sich auf Wanderschaft

Amphibien wie Kröten und Molche brauchen mindestens 6 Grad Celsius in der Nacht und Regen – dann fällt der Startschuss für die alljährliche Wanderung zu ihren Laichgewässern. Das ist in weiten Teilen Deutschlands schon seit gut drei Wochen der Fall, wie der Nabu berichtet. Doch nicht immer werden Zäune, die die Tiere von gefährlichen Straßen fernhalten sollen, rechtzeitig aufgebaut.

Über zwei bis drei Monate mit einem Höhepunkt etwa Mitte März werden hier nämlich jedes Jahr zahlreiche Helfer gebraucht. Zunächst müssen Zäune aufgestellt werden – teils übernimmt das die Kommune oder die Straßenbauverwaltung. Stehen die Zäune, müssen diese jeden Tag kontrolliert werden, am besten am frühen Abend und am frühen Morgen. Befinden sich Amphibien in den Eimern, werden diese in Transporteimer umgefüllt und über die Straße getragen.

In Nordrhein-Westfalen stehen diese Zäune zum Teil bereits. Eine Nabu-Gruppe aus Mönchengladbach meldete etwa schon Ende Januar, dass der Amphibienschutzzaun im Herzpark aufgebaut sei. „Bereits nach neun Tagen konnten bereits fast 1.200 Amphibien eingesammelt und somit vor dem Verkehrstod gerettet werden“, so die Gruppe aus dem Kurznachrichtendienst X.

Das Wetter bleibt frühlingshaft mild

Es klingt vielleicht etwas offensichtlich, doch dass es bereits im Februar so mild ist, ist außergewöhnlich. Mitte Februar gab es bereits Temperaturen rund um 15 Grad. Auch der Höhepunkt des Karnevals startete an Altweiber zwar nass, blieb aber mit milden Temperaturen angenehm für die Jecke, die den Straßenkarneval größtenteils ohne zu Frieren feiern konnten.

Auch die Aussichten für die kommenden Tage verheißen zumindest etwas kühlere Temperaturen. Nachdem das Sturmtief abgezogen ist, sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Samstag wechselnde Bewölkung und immer wieder Schauer voraus, kurze Gewitter seien nicht ausgeschlossen. Die Temperaturen bewegen sich über das Wochenende zwischen sieben und elf Grad, lediglich in Hochlagen könnte es mit einem bis fünf Grad etwas kühler werden.

Das milde Wetter mag diejenigen freuen, die keine Lust mehr haben auf Winterwetter. Doch eigentlich ist es ein eher besorgniserregendes Zeichen: Der jetzt ausgehende Winter war laut DWD wieder außerordentlich mild und rangiert derzeit unter den zehn wärmsten Wintern seit Aufzeichnungsbeginn 1882.

Der Kalender

Viele Dinge im Leben kann man sich mit etwas Großzügigkeit schön rechnen, bei der Wartezeit auf den Frühling ist das nicht einmal besonders schwierig. Der meteorologische Frühlingsbeginn ist am 1. März, also bereits am kommenden Freitag. Inklusive des nun anstehenden Wochenendes sind es aber auch nur noch vier Sonntag bis zum kalendarischen Frühlingsbeginn am 20. März. Das ist auch der Zeitpunkt, an dem die Tage wieder länger sind als die Nächte. In Düsseldorf etwa geht am 20. März die Sonne bereits um 6.35 Uhr auf, unter geht sie erst um 18.47 Uhr. Knapp zwei Wochen später werden dann am 31. März auch die Uhren auf Sommerzeit umgestellt, was für noch längere helle Abende sorgt.

Und selbst bis zum Sommer dauert es dann nicht mehr allzu lange. Bis zum Sommeranfang am 21. Juni vergehen nur noch vier Monatserste.

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