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Frost und Frühling: Darum machen uns Wetter-Schwankungen zu schaffen

Zwischen Frost und Frühling : Warum uns das Jojo-Wetter zu schaffen macht

Die Temperaturen schwanken von einem Extrem ins andere. Das macht vielen Menschen zu Schaffen. Doch wieso ist das eigentlich so? Was macht das Wetter mit unserem Körper? Hier gibt’S die Antworten.

Von Schneegestöber und Minustemperaturen zu Sonnenschein und Frühlingsanfang innerhalb von zwei Wochen – die Temperaturen springen in Nordrhein-Westfalen zurzeit das Thermometer rauf und runter. Ist das normal? Und wie wirkt sich das auf unseren Körper aus?

Das Wetter in Zentraleuropa war schon immer wechselhaft, es ist also nicht ungewöhnlich, dass die Temperaturen auf und ab gehen. „Grund für die Schwankungen sind abwechselnde Hoch- und Tiefdruckgebiete, die darum kämpfen, Regie zu führen“, sagt Marcel Schmid vom Deutschen Wetterdienst. Je nachdem, ob sich ein Tief mit warmen südlichen Winden vom Mittelmeer oder ein Hoch mit kalter Luft aus Osteuropa durchsetzt, haben wir stabile oder wechselhafte Temperaturen. „In diesem Winter haben oft die Tiefdruckgebiete dominiert, deswegen das ständige wechselhafte Wetter“, erklärt Schmid.

Die starken Temperatursprünge wirken sich auch auf unseren Körper aus. Sie machen zwar nicht krank, können aber bestehende Beschwerden verschlimmern. Dabei werden drei Gruppen unterschieden: Wetterreagierend sind wir alle. Schlägt das Wetter um, versucht unser Organismus, die Körpertemperatur konstant zu halten, beispielsweise durch Schwitzen. Diese Umstellung bedeutet Stress und Stress schwächt das Immunsystem. Dadurch steigt die Infektanfälligkeit. Auch dass bei Regen die Stimmung kippt und bei Sonne steigt, ist eine völlig normale Reaktion auf das Wetter.

Nicht ganz so unproblematisch sind Temperatursprünge für wetterfühlige Menschen. Zwar ist Wetterfühligkeit immer noch ein umstrittenes Phänomen, doch laut einer Studie des Deutschen Wetterdiensts gehen 50 Prozent der Deutschen davon aus, dass sich das Wetter auf ihre Gesundheit auswirkt. Sie beschweren sich über Migräne, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Gelenkschmerzen und stärkeren Symptomen von Rheuma und Asthma.

Noch schwerer haben es wetterempfindsame Menschen. Schlägt das Wetter um, leiden sie unter starken Symptomen, zum Beispiel Schmerzen in den Knien oder Atemnot, weil der Organismus mit den Schwankungen nicht hinterherkommt. Grund dafür sind sind oft chronische Krankheiten oder Operationen. Auch Allergien können sich verschlimmern. Durch die milden Temperaturen im Winter wird die Pollensaison länger und intensiver. Schon seit Januar fliegen die Pollen der Erle und der Hasel durch die Luft. Auch Birken können ein bis drei Wochen früher als üblicherweise blühen, wenn der Spätwinter mild verläuft. Im Vergleich zu anderen Bäumen werfen Birken deutlich mehr Pollen auf einmal ab, dementsprechend heftig fallen die Symptome bei Betroffenen aus. Menschen mit einem gesunden Immunsystem leiden seltener an Wetterfühligkeit. Deswegen: Viel Sport an der frischen Luft, ausreichend Schlaf und eine gesunde Ernährung können helfen.

So wechselhaft wie bisher soll es in den nächsten zwei Wochen weitergehen. Nach den angenehmen Temperaturen pustet bald wieder kalter Wind durch Nordrhein-Westfalen. „Ein Hochdruckgebiet bringt diese Woche wieder wechselhaftes Wetter mit. Durch die kräftige Märzsonne bleiben uns die Plusgrade aber weiterhin erhalten“, sagt Schmid. Frostig soll es nachts trotzdem werden. In der nächsten Woche erwartet wir dann wieder ein Tief.