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Fröndenberg: Gefangener verdurstet und verhungert – laut Ministerium aus eigenem Willen

Vorfall in NRW : Häftling soll aus eigenem Willen verdurstet und verhungert sein

In Nordrhein-Westfalen soll ein Mann in Untersuchungshaft nach Behördenangaben aus eigenem Willen verdurstet und verhungert sein. Er starb schließlich an Organversagen.

Der 67-Jährige starb bereits am 13. Dezember 2020 im Haftkrankenhaus Fröndenberg, wie aus einem aktuellen Bericht der Vollzugskommission im Rechtsausschuss des Landtags hervorgeht. Das Justizministerium bestätigte den Vorgang gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Wie ein Sprecher der Landesjustizvollzugsdirektion erläuterte, befand sich der Mann aus Sicht der Behörden nicht in einem Hungerstreik - da er keine Forderungen gestellt hatte. Er habe aus unbekannten Gründen die Aufnahme von Nahrung eingestellt und sei schließlich an Organversagen gestorben. Bevor er in das Haftkrankenhaus überstellt worden war, habe er bereits in seiner eigentlichen JVA nichts mehr gegessen und getrunken. Der Mann habe wegen Totschlagsverdachts in Untersuchungshaft gesessen.

Der Bericht der Vollzugskommission listet insgesamt 56 Todesfälle in den Justizvollzugsanstalten des Landes 2020 auf. Darunter auch 23 Suizide und eine Tötung: Ein Häftling war in der JVA Münster von einem Spezialeinsatzkommando erschossen worden, als er eine Bedienstete als Geisel genommen hatte.

(mba/dpa)