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Fridays for Future: Klima-Demo am Freitag in NRW in diesen Städten

Protest im Braunkohletagebau Garzweiler : „Fridays for Future“ demonstriert am Freitag in NRW

Die Klimaschutz-Bewegung „Fridays for Future“ plant zusammen mit weiteren Organisationen am Freitag zahlreiche Demonstrationen in ganz Nordrhein-Westfalen.

Schwerpunkte liegen bei den Protesten in Bonn mit rund 5000 und in Köln mit 3000 angemeldeten Teilnehmern, teilte die Polizei mit. In Dortmund wollen sich mehrere Demonstrationszüge, teils mit dem Fahrrad, teils zu Fuß, mit insgesamt rund 1600 Teilnehmern am frühen Abend auf dem Friedensplatz zu einer Kundgebung vereinen. In Düsseldorf beginnt die Demonstration am Nachmittag am Landtag. Dort sind laut Polizei rund 450 Teilnehmer angemeldet.

Die Aktionen sind Teil weltweiter Proteste für den Klimaschutz und die Energiewende unter dem Motto „Kein Grad weiter“. Bundesweit sind dabei am Freitag mehr als 400 Demonstrationen geplant, wie „Fridays for Future“ am Mittwoch in Berlin mitteilte. In NRW werde es an die 100 Protest-Aktionen geben. Wegen der Corona-Krise seien eher dezentrale Kundgebungen geplant. Dabei würden die Abstandsregeln streng eingehalten. Die Corona-Krise habe gezeigt, dass die Politik entschlossen handeln könne, hieß es in einer Erklärung. So müsse auch in der Klimakrise agiert werden.

Für Samstagmittag rief „Fridays for Future“ zusammen mit anderen Organisationen wie „Alle Dörfer bleiben“ und „Ende Gelände“ zu einer Demonstration am Braunkohletagebau Garzweiler auf. Kostenpflichtiger Inhalt Mehrere Organisationen wollen dort gegen den Tagebau protestieren. Veranstalter und Polizei rechnen von Freitag bis Sonntag mit insgesamt mehreren tausend Teilnehmern. Die Initiative „Ende Gelände“ hat ein „Wochenende des zivilen Ungehorsams“ angekündigt und plant nach eigenen Angaben, Kohlebagger und Gas-Infrastruktur zu blockieren. „Wir kämpfen, bis die Verstromung aller fossilen Energieträgern gestoppt wird“, sagte eine Sprecherin.

Nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts NRW müssen die Aktivisten jedoch wegen der Corona-Pandemie Namen und Adressen der Teilnehmer erfassen, um im Falle einer Infektion eine Rückverfolgbarkeit zu ermöglichen. Diese Anordnung der Stadt Aachen beschränke die Versammlungsfreiheit der Klimacamp-Veranstalter nicht unverhältnismäßig, heißt es in dem nicht anfechtbaren OVG-Beschluss vom Mittwochabend. „Ende Gelände“ teilte mit, den Vorgaben nachzukommen - auch wenn dies „leider einige Menschen von der Teilnahme an der Aktion ausschließen“ werde. Es sei aber die einzige Möglichkeit, um sie überhaupt durchführen zu dürfen.

Die Aachener Polizei bereitet sich mit einem Großaufgebot auf die Demonstrationen im Rheinischen Braunkohlerevier vor. Sie kündigte an, den friedlichen Protest im Sinne des Demonstrationsrechts zu schützen. Bei gewalttätigen und rechtswidrigen Aktionen würden die Beamten jedoch konsequent einschreiten. Zur Unterstützung kämen Polizeikräfte aus ganz NRW, anderen Bundesländern und von der Bundespolizei.

Die „Fridays for Future“-Mitorganisatoren Carla Reemtsma und Nick Heubeck werben um Verständnis für die am Freitag trotz Corona-Krise Großdemonstrationen an mehr als 400 Standorten in Deutschland. Kostenpflichtiger Inhalt Es sei eine schwere Entscheidung, inmitten der Pandemie zum Klimastreik aufzurufen, sagten sie unserer Redaktion. Verantwortung zu übernehmen, bedeute für sie aber auch, nicht bis zum Ende der einen Krise warten zu können, um die andere anzugehen. Die beiden Klimaschützer betonten, dass am Freitag Maskenpflicht und Abstandsregeln eingehalten werden. „Bei diesem Klimastreik wird alles anders sein als bekannt, denn das Virus macht auch um Klimaproteste keinen Bogen.“

(mba/dpa/epd)