Frankreich in NRW: Willkommen in Klein-Paris

Frankreich in NRW Teil 1: Geschichte: Willkommen in Klein-Paris

Wer genau hinsieht, wird sie finden: die kleinen Stückchen französischer Kultur zwischen Düsseldorf und Aachen, Wülfrath und Mönchengladbach. In fünf Geschichten zeigen wir, in welchen Ecken entlang der Tour-de-France-Strecke sich echte Frankreich-Liebe findet.

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Nein, dieser Ausdruck stammt nicht von Napoleon Bonaparte, als er mit seinen Truppen in Düsseldorf einmarschierte. Doch er und andere Franzosen haben das Stadtbild bis heute geprägt.

"Die Bezeichnung Klein-Paris hat Napoleon nicht in den Mund genommen, sondern sein Staatssekretär Pierre Louis von Roederer", stellt Benedikt Mauer, Leiter des Stadtarchivs, sofort klar. Im November 1811 kam der Kaiser während der französischen Besatzung nach Düsseldorf — zur Inspektion sozusagen — und ordnete ein Verschönerungsdekret für die Stadt an. Teile davon sind noch heute zu finden, sagt Mauer: "Die Innenstadt hätte heute sonst eine ganz andere Anmutung, sie wäre viel weniger grün."

Wer die Überbleibsel von Napoleon und anderen Franzosen entdecken will, muss sich nur in der Altstadt umschauen. Der Kaiser beauftragte den Architekten Adolph von Vagedes mit dem Bau der heutigen Königsallee und der Heinrich-Heine-Allee und ordnete die Umgestaltung der Parkanlagen an.

Auf der Kö hat sich auch ein weiterer Franzose verewigt: Der Bildhauer Friedrich Coubillier schuf um die Jahrhundertwende den Tritonenbrunnen, den der Verschönerungsverein Königsallee erwarb. Der griechische Meeresgott Triton mit seinem Dreizack dient heute als Blickfang am nördlichen Ende der Allee.

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Zurück zu Napoleon: Der Kaiser residierte während seines Aufenthalts im Schloss Jägerhof. Seine durstigen Soldaten ließen in der Frankreichzeit die Zahl der Gastronomiebetriebe ansteigen. Düsseldorf wurde damit Anfang des 19. Jahrhunderts zu einer großen Unterhaltungsmetropole. Sogar Napoleon selbst soll im Schiffchen an der Hafenstraße einen Schoppen Wein verköstigt haben.

Und im nördlichen Hofgarten findet man noch heute den sogenannten Napoleonsberg, der aus dem Aushub für den napoleonischen Sicherheitshafen entstand. Eine Verbindung zu dem französischen Kaiser hat auch Heinrich Heine. Der damals 13-Jährige soll sich auf das Jan-Wellem-Reiterdenkmal gesetzt haben, um den Einzug des Kaisers besser beobachten zu können. Der Dichter und Schriftsteller sollte später auch seinen Lebensmittelpunkt in Frankreich finden.

Rund 100 Jahre zuvor verewigte sich ein anderer Franzose im Düsseldorfer Süden: Das Schloss Benrath stammt aus der Feder des Baumeisters Nicolas de Pigage. Der Lothringer entwarf das Lustschloss ab 1755 im Auftrag des Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz.

1770 war das Gebäude zum Einzug bereit, doch der Kurfürst und seine Gemahlin bewohnten es nie. Das Paar stattete der Sommerresidenz nur kurze Besuche ab. Dennoch hängt bis heute im Salon Murat — heute genutzt als Kabinettssaal — des Élysée-Palastes ein Bild von dem Schloss.

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(veke)
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