Flughafen Köln/Bonn: Ryanair wirft 19-Jährigen im Rollstuhl aus Flugzeug

Obwohl alle Dokumente da waren : Ryanair nimmt 19-Jährigen im Rollstuhl nicht mit

Ryanair hat einen 19-jährigen Rollstuhlfahrer nicht mit auf einen Flug von Köln/Bonn nach Alicante genommen. Grund für den Rauswurf war eine angebliche Explosionsgefahr des Rollstuhls.

Der 19-Jährige Aachener Noel Diaz wollte über die Weihnachtsfeiertage mit seinem Vater nach Spanien zu seiner Familie fliegen. Der junge Mann sitzt seit seinem zwölften Lebensjahr wegen einer Muskelschwund-Erkrankung im Rollstuhl. Trotz korrekter Dokumente und erfolgreichem Sicherheitscheck am Flughafen habe das Bordpersonal den beiden die Mitnahme verweigert. Dies erzählte der Vater des Jungen der „Bild“-Zeitung. Es hätten Bedenken wegen des Elektro-Rollstuhls bestanden. Der Flughafen drückte auf Anfrage unserer Redaktion sein Mitgefühl für die Betroffenen des Vorfalls aus: „Wir bedauern so einen Vorfall zutiefst. Das ist nicht das, was wir uns für unsere Passagiere wünschen.“

Gegenüber der „Bild“-Zeitung beschrieb der Vater den Vorfall in der Maschine: „Mein schwerbehinderter Junge und ich hatten uns gerade angeschnallt, da wurden wir vom Flugpersonal aufgefordert, die Maschine zu verlassen.“ Mit seinem Sohn und dessen Rollstuhl sei er schon viele Male mit Ryanair geflogen, ohne dass es Probleme gegeben hätte. „Das Ryanair-Personal war knallhart, hievte meinen wehrlosen Jungen aus dem Flugzeugsitz, schob ihn aufs Rollfeld“, sagte er.

Im Vorfeld habe er, wie immer, genaue Angaben zum Typ des Rollstuhls und zur Elektro-Batterie machen müssen. Der Rollstuhl sei auf den Tickets korrekt vermerkt gewesen, dennoch habe sich das Personal geweigert, den Jungen zu befördern. Die Kosten für die Tickets seien nicht erstattet worden.

Ryanair hat sich auf Nachfrage zunächst nicht zu den Vorfällen geäußert. Nach Erscheinen des Artikels meldete sich die Airline bei unserer Redaktion. Hier lesen sie, wie die Fluggesellschaft reagiert hat.

(cpas)
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