Erneut lange Schlangen Bundespolizei unterstützt Sicherheitskontrollen an NRW-Flughäfen

Düsseldorf · Am Freitagnachmittag und -abend gab es erneut lange Wartezeiten für die Passagiere an den Flughäfen – vor allem in Köln/Bonn. Einige Fluggäste waren bereits acht Stunden vor ihrem Flug da. Beamte der Bundespolizei mussten bei den Sicherheitskontrollen aushelfen.

 In den letzten Wochen ist es immer wieder zu Chaos an den Flughäfen gekommen.

In den letzten Wochen ist es immer wieder zu Chaos an den Flughäfen gekommen.

Foto: dpa/David Young

Am Flughafen Köln/Bonn ist es am späten Freitagnachmittag erneut zu extrem langen Schlangen vor den Sicherheitskontrollen gekommen. Die Passagiere stauten sich außerhalb der Gebäude und standen von Terminal zu Terminal. Zeitweise habe die Wartezeit zwei Stunden und mehr betragen, erklärte Verdi-Gewerkschaftssekretär Özay Tarim. Wegen des hohen Passagieraufkommens musste die Bundespolizei zudem unterstützend bei den Kontrollen eingreifen, sagte Jens Flören, Sprecher der Bundespolizei. Zehn Beamte halfen bei der Einweisung und der Gepäckrückführung aus. Dies sei als „ultima ratio“ gedacht, um besonders großen Andrang zu bewältigen.

Aus Tarims Sicht zeige das Eingreifen der Bundespolizei, dass man sich bei der Lösung der Personalkrise im Sicherheitsbereich verkalkuliert habe. „Es ist traurig, dass der Staat die Kontrollaufgaben erst in private Hände gelegt hat und nun bei Hilfstätigkeiten unterstützen muss“, sagt Tarim. Am frühen Abend entschied sich die Bundespolizei nach einer Absprache mit der Landespolizei, gemeinsam mit uniformierten Kräften im Flughafen Präsenz zu zeigen, erklärt Flören. Dies sei wegen des enormen Passagieraufkommens notwendig geworden, auch um die Ausgänge zu sichern. Flören: „Das ist aber ein ganz normales Prozedere in solchen Situationen.“

Chaos am Düsseldorfer Flughafen: Ein Rückblick auf die letzten Jahre - Fotos
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Foto: dpa/Henning Kaiser

Auch in Düsseldorf stauten sich am Freitag die Passagiere. Am Samstag und Sonntag sei wegen des Personalmangels weiterhin mit längeren Wartezeiten zu rechnen, sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Flughafens.

Um rechtzeitig am Flieger zu sein, waren viele Urlauber am Freitag nach ihren Angaben bis zu acht Stunden früher zum Flughafen gekommen. Dieses „neue Phänomen“ mache die Lage noch unübersichtlicher, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Die Passagiere sollten auch darauf achten, nur Erlaubtes im Handgepäck zu haben.

„Man kann doch jetzt nicht den Fluggästen die Schuld zuschieben, wenn man nicht rechtzeitig Personal eingestellt hat“, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Özay Tarim am Freitag. Die Urlauber seien dazu aufgerufen worden, früher zu den Flughäfen zu kommen. An diesem Samstag erwartet er zum „Bettenwechsel“ erneut lange Schlangen. Die Situation sei auch für die Mitarbeiter belastend. Der Krankenstand liege beim Sicherheitspersonal aktuell bei rund 20 Prozent, so Tarim.

Zum dritten Ferienwochenende erwartet der Flughafen Düsseldorf rund 179 000 Fluggäste. Der Airport Köln/Bonn rechnet mit rund 108 000 Passagieren.

(jis/mit dpa)
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