Tarifkonflikt mit Verdi Flüge in Düsseldorf und Köln gestrichen

Düsseldorf · Mit einem Warnstreik des Bodenpersonals will die Gewerkschaft Verdi die Lufthansa unter Druck setzen. In Düsseldorf und Köln/Bonn waren die Auswirkungen für Fluggäste vergleichsweise gering.

Flughafen-Streik: Diese Rechte haben Passagiere bei Flugausfall & Co.
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Diese Rechte haben Passagiere bei einem Flughafen-Streik

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Foto: dpa/Federico Gambarini

Der Warnstreik des Lufthansa-Bodenpersonals hat am Mittwoch in an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn für mehrere Flugausfälle gesorgt. In Düsseldorf wurden 14 der 15 geplanten Lufthansa-Verbindungen (nach München und Frankfurt) gestrichen. Der Warnstreik wirkte sich auch auf den Betrieb in Köln/Bonn aus, der nicht aktiv bestreikt wurde. Dort wurden fünf der sieben vorgesehenen Lufthansa-Flüge nach München annulliert. Ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi sprach von einer hohen Beteiligung in Düsseldorf von mehr als 50 Prozent der Beschäftigten des Lufthansa-Bodenpersonals.

Betroffen waren die Bereiche Wartung sowie die Passagier- und Flugzeugabfertigung. Etwa 40 Lufthansa-Mitarbeiter legten in Düsseldorf laut Verdi ihre Arbeit nieder. „Nur eine Handvoll“ arbeiteten. Fremdfirmen verrichteten aushilfsweise die Tätigkeiten, sagte ein Sprecher. In Düsseldorf gibt es insgesamt gut 100 betroffene Lufthansa-Mitarbeiter, von denen nicht alle gleichzeitig im Dienst sind. Der Flughafen war von dem Streik deutlich weniger betroffen als München und Frankfurt.

Der Betrieb war in Düsseldorf einem Flughafensprecher zufolge reibungslos angelaufen. Am Morgen zwischen 6.00 und 8.00 Uhr habe es keine Verzögerungen oder längere Wartezeiten gegeben. Die Lufthansa-Tochter Eurowings war nicht betroffen.

Der Warnstreik sollte am Donnerstag gegen 7.10 Uhr enden. Zum Betriebsstart am Donnerstag in Düsseldorf sollte es nach Angaben eines Flughafensprechers keine streikbedingten Annullierungen geben. Passagieren wird empfohlen, sich über ihre Abflüge bei ihrer Fluggesellschaft zu informieren. Am Flughafen Köln/Bonn wurde für Donnerstag bereits eine der sieben Lufthansa-Verbindungen (nach München) gestrichen.

Verdi hat die Beschäftigten verschiedener Lufthansa-Firmen an den Standorten Frankfurt, München, Hamburg, Berlin und Düsseldorf zum Warnstreik aufgerufen. Die Gesellschaft hatte für Mittwoch vorsorglich zwischen 80 und 90 Prozent ihrer 1000 geplanten Flüge abgesagt. Mehr als 100.000 Passagiere mussten umplanen.

Im Tarifkonflikt fordert Verdi 12,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 500 Euro monatlich bei einer Laufzeit von einem Jahr. Außerdem soll es eine konzernweite Inflationsprämie von 3000 Euro geben. Die Lufthansa verweist auf zurückliegende Lohnsteigerungen und hat für einen Zeitraum von drei Jahren 13 Prozent mehr Geld sowie eine Inflationsprämie angeboten. Die nächste Verhandlungsrunde ist für Montag geplant.

Union kritisiert Streik

Mit Kritik und Unverständnis hat die Union auf den Streik des Lufthansa-Bodenpersonals an mehreren deutschen Flughäfen reagiert. „Natürlich ist der Arbeitskampf ein legitimes Mittel in Tarifkonflikten“, sagte Unionsfraktionsvize Ulrich Lange (CSU) der Nachrichtenagentur AFP. „Aber vor Beginn der eigentlichen Verhandlungen zu solch drastischen Maßnahmen zu greifen, ist für mich schwer nachvollziehbar.“

Erst habe die Zugführergewerkschaft GDL gestreikt und damit den Zugverkehr lahmgelegt, nun streike Verdi und schränke damit den Luftverkehr erheblich ein. „Auch wenn sich das Verkehrsmittel unterscheidet, so trifft es doch wieder einmal Millionen von Menschen, die auf funktionierende Reiseketten angewiesen sind“, sagte Lange. Er erwarte, „dass sich die Tarifparteien lösungsorientiert verhalten und ernsthafte Gespräche miteinander führen“.

(dtm/dpa/afp/kag)
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