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Flüchtlingsrat: Immer mehr Wohncontainer für Flüchtlinge

NRW : Flüchtlingsrat: Immer mehr Wohncontainer für Flüchtlinge

Vor Monaten galten Wohncontainer für Flüchtlinge mal als Tabu. Doch die Realität hat die Kommunen eingeholt. Viele Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen stellen nach Angaben des Flüchtlingsrats NRW in ihrer Not Wohncontainer für Flüchtlinge auf.

Container seien relativ schnell zu nutzen, sagte die Geschäftsführerin des Flüchtlingsrates NRW, Birgit Naujoks, der Deutschen Presse-Agentur: "Es gibt schlechtere Lösungen, wenn man sieht, dass woanders Turnhallen genutzt werden." Trotzdem sollten Container nur eine Notlösung sein, weil sie Wohnungen nicht ersetzen könnten. Außerdem gebe es große Qualitätsunterschiede.

Zuletzt hatte der Aachener Stadtrat beschlossen, Wohncontainer zu kaufen und auch zu mieten. Es gebe keine andere Lösung mehr, sagte der zuständige Aachener Fachbereichsleiter, Heinrich Emonts. "Wir können in unserem Bestand nichts mehr finden." Gewerbe-Immobilien seien in der Regel problematisch. "Flüchtlinge zwischen Autobahn und Zubringer unterzubringen, ist für uns ein No Go."

Die Wartezeit betrage für einen Miet-Container mittlerweile rund fünf Monate. Die Stadt werde auch Flüchtlingsunterkünfte bauen. Die Grundstücke seien schon festgelegt. Aber angesichts der 1600 prognostizierten und wahrscheinlich deutlich höheren Flüchtlingszahlen für die Grenzstadt bis Ende des Jahres, müsse eine schnellere Lösung her.

Die Situation für die Kommunen werde immer schwieriger, stellte der Geschäftsführer des Städtetages Nordrhein-Westfalen Stephan Articus fest: "Es werden immer mehr Notunterkünfte nötig, die Menschen müssen oft zu früh von den Kommunen betreut werden, weil sie nur kurz in den Landeseinrichtungen bleiben." Der Städtetag setze darauf, dass sich die Situation durch die jüngsten Verabredungen von Bund und Ländern für schnellere Asylverfahren ändere.

Nordrhein-Westfalen hatte der Bundesregierung personelle Hilfe für schnellere Asylverfahren angeboten. Derzeit dauern die Verfahren nach Angaben des NRW-Innenministeriums durchschnittlich mehr als sieben Monate. Pensionierte Mitarbeiter der Landesverwaltung könnten die Arbeit unterstützen, so der Vorschlag.

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(lnw)