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Flüchtlinge in NRW: Minderjährige sollen verteilt werden

NRW : Flüchtlingskinder sollen verteilt werden

Rund 3500 Flüchtlinge in NRW müssen von Jugendämtern betreut werden, weil sie ganz allein nach Deutschland geflohen sind. Bislang blieben die Jungen und Mädchen in der Kommune, in der sie ankamen. Bald können sie verteilt werden.

Die steigende Zahl minderjähriger Flüchtlinge in Deutschland bringt viele Städte an die Grenzen ihrer Betreuungskapazitäten. Anders als Erwachsene werden Minderjährige, die ohne Eltern einreisen, nicht nach einem bestimmten Zuweisungsschlüssel auf die Bundesländer verteilt. Sie werden dort in Obhut genommen, wo sie ankommen. Damit will man den oft traumatisierten Kindern und Jugendlichen weitere Strapazen ersparen. Der Bedarf an Pädagogen, Kita- und Schulplätzen sowie Dolmetschern steigt dadurch massiv. In NRW sind besonders die Städte Dortmund und Bielefeld als zentrale Anlaufstellen für Flüchtlinge betroffen.

In Dortmund wurden seit Anfang des Jahres 522 unbegleitete Flüchtlingskinder in Obhut genommen - 2014 waren es noch 366. "Derzeit können wir allen noch eine angemessene Betreuung ermöglichen", sagt Stadt-Sprecherin Anke Widow. "Aber wir haben die Kapazitätsgrenze erreicht." Sollte sich der Trend steigender Flüchtlingszahlen fortsetzen, werde die Stadt bald keine Kapazitäten mehr haben. Ein vom Bundeskabinett auf den Weg gebrachtes Gesetz soll Abhilfe schaffen. Das Gesetz von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) sieht eine Aufnahmepflicht für minderjährige Flüchtlinge für alle Bundesländer vor. Die Verteilung soll an den Königsteiner Schlüssel angelehnt werden, der den Anteil der Bundesländer bei der Aufnahme von Flüchtlingen regelt. "Wir begrüßen dieses Gesetz", sagt Lars Rehling, Sprecher des NRW-Familienministeriums. "Es würde eine bessere Nutzung der Kapazitäten in NRW und eine deutliche Entlastung der betroffenen Städte bedeuten."

Das Gesetz soll nach den noch ausstehenden Beratungen in Bundestag und Bundesrat am 1. Januar 2016 in Kraft treten.

(RP)