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Feuer in Essen: Gebäude einsturzgefährdet, Löscharbeiten gehen weiter

Großbrand mit Verletzten in Essen : Wohnblock ist nach Feuer einsturzgefährdet – Löschen geht weiter

Am frühen Morgen ist in Essen ein Wohnkomplex in Brand geraten, 35 Wohnungen sind komplett ausgebrannt. Die Feuerwehr kann aktuell einen Großteil des Gebäudes aus Sicherheitsgründen nicht betreten. Ein Ende der Löscharbeiten ist noch nicht in Sicht.

Der bei einem Brand am Montag weitgehend zerstörte Wohnkomplex in Essen ist einsturzgefährdet. Derzeit könne auch die Feuerwehr zwei Drittel des Gebäudes aus Sicherheitsgründen noch nicht betreten, sagte ein Feuerwehrsprecher. Deshalb sei es schwer zu beurteilen, wann die Löscharbeiten endgültig abgeschlossen seien. „Das kann im Inneren immer wieder aufflammen und noch Tage dauern“, sagte der Sprecher. Unter Kontrolle habe die Feuerwehr den Brand schon am Morgen gebracht, es gebe aber immer wieder Brandnester.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Die Nachrichten aus Essen sind erschütternd. Viele Menschen haben über Nacht ihre Wohnung, Hab und Gut verloren. Ich habe mich bei OB <a href="https://twitter.com/TKufen?ref_src=twsrc%5Etfw">@TKufen</a> in einem Telefonat über die Lage informiert. Mein großer Dank gilt den Einsatzkräften vor Ort, die noch immer gegen das Feuer kämpfen. <a href="https://t.co/sWN1WVus4v">https://t.co/sWN1WVus4v</a></p>&mdash; Hendrik Wüst (@HendrikWuest) <a href="https://twitter.com/HendrikWuest/status/1495707038575439872?ref_src=twsrc%5Etfw">February 21, 2022</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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35 Wohnungen waren binnen kurzer Zeit total ausgebrannt. Durch großes Glück und das schnelle Eingreifen von Rettungskräften wie auch von Nachbarn kam niemand ums Leben. Drei Verletzte mussten mit Rauchvergiftung ins Krankenhaus.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Essen brennt!! Bargmannstraße. <a href="https://twitter.com/hashtag/Essenbrennt?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#Essenbrennt</a> <a href="https://t.co/lsdq9B9xoH">pic.twitter.com/lsdq9B9xoH</a></p>&mdash; A. Beg. (@ABegtorun) <a href="https://twitter.com/ABegtorun/status/1495598416608509957?ref_src=twsrc%5Etfw">February 21, 2022</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Zur Schadenshöhe und erst recht zur Brandursache seien Aussagen noch nicht möglich, da auch die Brandsachverständigen noch nicht ins Gebäude könnten.

Das durch heftigen Wind angefachte Feuer habe einen der größten Feuerwehreinsätze in der Essener Geschichte erfordert. Praktisch die gesamte Berufsfeuerwehr der 580 000-Einwohner-Stadt – rund 150 Kräfte – sei im Einsatz gewesen. Die verwaisten Feuerwehrwachen im Stadtgebiet seien von Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr nachbesetzt worden.

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Das Feuer hatt sich von einem Balkon ausgebreitet. Wie die Feuerwehr am Montag mitteilte, sorgte das in der Nacht wütende Sturmtief „Antonia“ offensichtlich dafür, dass sich das Feuer dann rasend schnell über die im Wind liegende Fassade und Balkone ausdehnte. Das Gebäude mit einer Fassadenlänge von etwa 65 Metern mit viereinhalb Geschossen sei mit einer Wärmedämmverbundfassade ausgestattet. Bei dem Brand waren drei Menschen verletzt worden.

„Die Nachrichten aus Essen sind erschütternd“, schrieb Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) auf Twitter. „Viele Menschen haben über Nacht ihre Wohnung, Hab und Gut verloren.“ Der SPD-Spitzenkandidat für die kommende NRW-Landtagswahl, Thomas Kutschaty, twitterte: „Schreckliche Bilder heute Morgen aus meiner Heimatstadt @Essen_Ruhr.“ Auch am Mittag war das Feuer noch nicht vollständig gelöscht.

Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte, zur Brandursache gebe es noch keine Erkenntnisse. Der Brand sei aber sehr stark von außen in Gang gesetzt worden. Ein Feuerwehrsprecher betonte: „Die massive Brandausbreitung hat alle Einsatzkräfte sehr überrascht.“ So etwas habe man noch nie erlebt. Die Polizei will möglichst bald Ermittlungen aufnehmen, doch gab es am Montagmittag immer noch einzelne Brandnester.

Der zerstörte Komplex war ein Neubau von 2015, der gemäß den Bauvorschriften mit Brandschutztüren gegen eine schnelle Verbreitung eines Feuers ausgestattet war. Die Brandschutztüren seien zuletzt im März 2021 gewartet worden, sagte ein Sprecher des Hauseigentümers Vivawest Wohnen GmbH. Die Dämmung des Hauses erfolge überwiegend mit Mineralfaserplatten, weil diese weniger brandanfällig als Polysterol-Dämmstoffe seien.

In der Anlage gebe es insgesamt 112 Wohnungen zwischen einem und vier Zimmern, sagte der Vivawest-Sprecher. 128 Menschen haben ihre Wohnung und viele von ihnen ihr Hab und Gut verloren. Die Mehrzahl der Betroffenen habe sich am Montag selbst eine vorübergehende Bleibe organisiert, 27 Menschen müssten für einen längeren Zeitraum untergebracht werden, teilte die Stadt Essen mit. 35 Wohnungen sind bei dem Feuer komplett ausgebrannt, weitere durch massive Rauchentwicklung oder Löschwasser betroffen.

Das Wohnungsunternehmen Vivawest als Eigentümer des Hauses hatte den Bewohnern kurzfristig Zimmer in umliegenden Hotels angeboten. Es hätten sich auch Bürger gemeldet, die den Betroffenen Gästezimmer anböten, sagte eine Stadtsprecherin. Die Stadt stelle Medikamente, Hygieneartikel und Kleidung für den aktuellen Bedarf zur Verfügung, hieß es in der Mitteilung. Außerdem wurde für die Betroffenen ein Spendenkonto eingerichtet.

Der 35 Jahre alte Lennart Diedrich war als direkter Anwohner einer der ersten Augenzeugen des Feuers. „So um zwei Uhr war's, als ich ins Bett gehen wollte und so die letzten Lichter ausgemacht habe und draußen "Feuer! Feuer!" geschrien wurde“, berichtet Diedrich der Deutschen Presse-Agentur. „Und dann hab ich aus dem Fenster geschaut, und da kam da, wo die Jalousien so auf Halbmast hängen, Rauch raus. Da hab ich gesagt: "Ok, das ist ernster."“

Er versuchte, die Feuerwehr zu rufen, zog sich an und rannte raus. „Dann kamen schon von der ganzen anderen Gebäudeseite Flammen hochgelodert. Es glich einem Inferno. Der Wind peitschte die Flammen an - Funken.“ Kurz darauf traf der erste Feuerwehrwagen ein. Die Feuerwehrleute liefen ins Haus und riefen dann: „Wir brauchen mal Hilfe!“ Diedrich folgte dem Aufruf zusammen mit zwei anderen Personen. „Dann sind wir hochgelaufen in dem Treppenhaus da, zu dritt. Und da war ein Rollstuhlfahrer, der den Fahrstuhl natürlich nicht mehr benutzen konnte und nicht runtergekommen ist. Da haben wir den zu dritt runtergetragen. Zwei hinten, ich hab vorne angepackt, haben ihn runtergetragen. Dann kam die Polizei, und es wurde alles evakuiert.“

Es sei dann unheimlich schnell gegangen. „Innerhalb von 20 Minuten stand das ganze Haus komplett in Flammen. Man hat das Gefühl, das ist ein Feuer-Inferno, in dem man sich hier befindet.“

Aufgrund der Löscharbeiten kam es zu Behinderungen im Berufsverkehr. Die Segerothstraße und die Friedrich-Ebert-Straße im Essener Westviertel waren nach Feuerwehr-Angaben voll gesperrt. Das Westviertel grenzt unmittelbar westlich an den Essener Stadtkern an.

Erst kürzlich hatte die „WAZ“ über eine Serie von Bränden in der Stadt berichtet. Dreimal habe es innerhalb einer Woche im Eltingviertel nördlich des Stadtkerns gebrannt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Wohnkomplex in Essen brennt – Feuerwehr kämpft gegen die Flammen

(bora/ahar/bsch/dpa/afp)