Fettleibigkeit: Immer mehr Klinikaufenthalte in NRW-Kliniken

Landesamt für Statistik : Immer mehr Klinikaufenthalte wegen Fettleibigkeit in NRW

In den vergangenen Jahren stieg die Zahl der Patienten, die wegen Adipositas in einem Krankenhaus in Nordrhein-Westfalen behandelt. Innerhalb von nur fünf Jahren gab es eine Verdoppelung der Patientenzahlen.

Immer mehr Menschen in Nordrhein-Westfalen werden wegen krankhaften Übergewichts in Kliniken behandelt. Der Bochumer Experte Thomas Hulisz fordert deshalb mindestens fünfmal die Woche Sport für Kinder. "An Aufklärung und Bildung passiert noch zu wenig", sagte der Leiter des Adipositas-Zentrums in Bochum. Auch das Thema Ernährung käme im Unterricht zu kurz, kritisierte Hulisz. An diesem Samstag ist der Europäische Adipositas-Tag.

Von 1800 (2008) auf 3600 (2013) ist die Anzahl der Patienten mit Adipositas in Krankenhäusern in NRW gestiegen, teilte das Statistische Landesamt am Freitag in Düsseldorf mit. Adipositas ist der Fachbegriff für Fettleibigkeit.

Gut die Hälfte der in NRW-Krankenhäusern stationär behandelten fettleibigen Patienten waren zwischen 35 und 55 Jahren alt. Zwei Drittel der Fälle mit dieser Diagnose betraf Frauen.

Adipositaspatienten können etwa unter Bluthochdruck, erhöhten Cholesterinwerten, erhöhtem Diabetesrisiko, Herzschwäche oder Fettleber leiden. Spezielle Adipositas-Kliniken gibt es in ganz NRW. Zum Beispiel in Düsseldorf, Remscheid, Bochum oder Ibbenbüren. Eine ganzheitliche Behandlung durch Ärzte, Therapeuten und Psychologen dauert nach Angaben des Leiters des Adipositas-Zentrums Bochum mindestens ein Jahr.

Wie viele Personen in NRW von Adipositas betroffen sind, ermitteln die Statistiker alle vier Jahre im Rahmen des Mikrozensus: 2013 war jeder zweite Erwachsene übergewichtig. Jeder siebte Einwohner des Landes galt sogar als adipös, also krankhaft fettleibig.

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(lnw)
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