Fettexplosion in Freudenberg: Zwei Tote nach Unfall bei Backesfest

Nach tragischem Unfall in Freudenberg : 31-Jährige stirbt an Verletzungen nach Fettexplosion bei „Backesfest“

Viele Menschen waren bei einer Explosion in Freudenberg teils schwer verletzt worden. Nun ist die zweite Frau an ihren Verletzungen gestorben. Das explodierte Fett befand sich in einer selbstgebauten Pfanne.

Am Donnerstagabend ist eine 31 Jahre alte Frau, die beim „Backesfest“ in Freudenberg bei der Explosion einer Pfanne verletzt worden war, in einer Spezialklinik gestorben. Das teilte die Polizei am Freitagmorgen mit.

Bei dem Dorffest im Freudenberger Stadtteil Alchen im Siegerland waren am 8. September bei einer schweren Explosion 14 Menschen verletzt worden. Neben der nun verstorbenen 31-Jährigen schwebten fünf weitere Verletzte in Lebensgefahr: Vier von ihnen erlitten schwere Brandverletzungen, einer einen Herzinfarkt. Bereits am Tag nach dem Unfall war bereits eine 67-jährige Frau ihren Verletzungen erlegen. Die Schwerverletzten waren mit Rettungshubschraubern in Spezialkliniken ins Ruhrgebiet und nach Köln geflogen worden.

Die Polizei konnte bei ihren Ermittlungen die Ursache des Unglücks feststellen. „Wir wissen, wie dieser Feuerball, diese Explosion entstanden ist“, sagte ein Polizeisprecher am Tag nach dem Unglück. Bei der Bratpfanne handele es sich um einen doppelwandigen Eigenbau mit einem Zwischenraum, der eine bessere Wärmeverteilung ermöglichen sollte.

Die Pfanne sei aufgeplatzt und es sei eine heiße Flüssigkeit aus dem gefüllten Zwischenraum herausgeschleudert worden - in die Flamme unter der Pfanne. Dabei habe es sich vermutlich um Öl gehandelt. Ähnlich wie bei einem Autovergaser habe dieses explosive Gemisch gezündet.

Als Ursache kämen ein technischer Defekt, ein Bedienfehler oder auch eine Materialermüdung in Betracht. Die Ermittler gingen unter anderem der Frage nach, wer die riesige Pfanne, die sehr professionell gemacht sei, vor Jahren gefertigt habe. Falls es mehrere davon geben sollte, sei möglicherweise vor einer Gefahr zu warnen.

Beim sogenannten „Backesfest“ wird traditionell eine alte dörfliche Backstube in Betrieb genommen. Rund 100 Menschen sollen zum Zeitpunkt der Explosion vor Ort gewesen sein.

Die Ermittlungen der Polizei dauern an. Die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen, sagte ein Polizeisprecher. Man gehe weiterhin von einem Unglück aus. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt.

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(mba)