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Hoher Schaden auch in NRW: Fernfahrer auf Rachefeldzug - Fuhrpark angezündet

Hoher Schaden auch in NRW : Fernfahrer auf Rachefeldzug - Fuhrpark angezündet

Ein Fernfahrer soll aus Frust und Rache bundesweit Lastwagen angezündet, Büros verwüstet und Drohbriefe geschrieben haben. Nun steht der 60-Jährige in Nürnberg vor Gericht.

Weil er reihenweise Lastwagen - unter anderem im münsterländischen Rheine - angezündet haben soll, muss sich ein Fernfahrer in Nürnberg vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 60-Jährigen vor, von 2008 bis 2013 bundesweit mehrfach Lastzüge in Brand gesetzt zu haben. Dabei soll ein Schaden von mehr als 1,8 Millionen Euro entstanden sein. Zudem ist er wegen Nötigung und Bedrohung angeklagt. Beim Prozessauftakt am Dienstag äußerte der 60-Jährige sich nicht zu den Vorwürfen.

Den größten Schaden richtete der Mann laut Anklage im November 2013 auf einem Firmengelände in Rheine im Münsterland an. Dort setzte er 14 Laster in Brand. Zuvor hatte er die Tanks der Fahrzeuge mit einem Hammer beschädigt. Allein dort entstand etwa eine Million Euro Schaden.

Weitere Tatorte waren in Thüringen und Bayern. Auf die Spur kamen die Ermittler dem 60-Jährigen mit Hilfe eines DNA-Treffers. Er hatte sich an einem Tatort verletzt und eine Blutspur hinterlassen.

Nach Ansicht der Ermittler befand sich der Fernfahrer auf einem persönlichen Rachefeldzug. Dieser richtete sich unter anderem gegen seinen Ex-Arbeitgeber, der ihm nach einem Streit mit einem anderen Lkw-Fahrer gekündigt hatte, sowie gegen eine Anwaltskanzlei, die ihn seiner Ansicht nach schlecht vertreten hatte. Der aus der DDR stammende Mann saß dort einst bereits wegen Republikflucht im Gefängnis. Für den Prozess sind 14 weitere Termine bis zum 9.
Dezember geplant.

(lnw)