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Polizei-Bilanz zum Jahreswechsel: Fast 4000 Einsätze - so verlief die Silvesternacht in NRW

Polizei-Bilanz zum Jahreswechsel : Fast 4000 Einsätze - so verlief die Silvesternacht in NRW

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen ist in der Silvesternacht zu insgesamt 3759 Einsätzen ausgerückt. In Mönchengladbach wurden zwei Personen bei Verkehrsunfällen schwer verletzt, in Dinslaken brannte ein Schnellrestaurant nieder.

Wie ein Sprecher der Landesleitstelle der Polizei am Mittwoch sagte, hatten die Polizisten zwischen Rhein und Weser damit ähnlich viel zu tun wie vor einem Jahr, als rund 3700 Einsätze gezählt wurden. 700 Mal ging es diesmal um Ruhestörung, in 850 Fällen um Körperverletzung. Zu einer größeren Schlägerei kam es in Köln. Dort gingen zwei Gruppen unter anderem mit einem Messer und Knüppeln aufeinander los. Ein Mensch wurde durch einen Messerstich ins Bein schwer verletzt.

Unabhängig voneinander wurden zwei Männer in Mönchengladbach von Autos erfasst. Bei beiden Unfällen wurden die Fußgänger schwer verletzt - einer von ihnen lebensgefährlich. Die Männer hatten Feuerwerkskörper auf der Straße gezündet. In einem Fall flüchtete der Fahrer des Unfallwagens, ohne sich um das Opfer zu kümmern. Beide Männer - ein 29-jähriger Erkelenzer und ein 35-jähriger Mönchengladbacher - mussten in Krankenhäuser gebracht werden.

Bei einem Brand in einem Schnellrestaurant an der Gerhard-Malina-Straße in Dinslaken entstand ein großer Sachschaden. Aus bislang ungeklärter Ursache waren dort zwei 1000-Liter-Müllcontainer in Flammen aufgegangen. Das Feuer griff auf ein Nebengebäude und schließlich auf das Hauptgebäude über. Verletzt wurde niemand.

Die Feuerwehr in Düsseldorf rückte in der Silvesternacht zu 74 Bränden aus. Die Rettungskräfte mussten ein Feuer in der Uni-Kinderklinik löschen. Außerdem geriet in Urdenbach das Dach eines dreigeschossigen Wohnhauses in Brand. In Flehe wütete ein Feuer in einer Doppelgarage. Die Rettungskräfte hatten alle Hände voll zu tun, um sich um Betrunkene zu kümmern. In der Düsseldorfer Altstadt wurde eine mobile Rettungswache aufgebaut. "Neben Verletzungen durch Feuerwerkskörper - meist leichtere Verbrennungen beim Anzünden - waren Schnittverletzungen an den Händen und der übermäßige Genuss von Alkohol die häufigste Behandlungsursache", bilanzierte die Feuerwehr in der Landeshauptstadt.

In Nettetal wurde die Feuerwehr um 17.05 Uhr zu einem Brand am ehemaligen Grenzübergang Schwanenhaus gerufen. Dort waren Möbel in Brand geraten, die an der Außenseite einer Lagehalle abgestellt worden waren. Verletzt wurde dabei niemand - die Brandursache ist noch unklar.

In Krefeld blieb die Silvesternacht weitestgehend ruhig. Die Polizei meldete 216 Einsätze. Durch Feuerwerkskörper waren acht Brände entstanden. In einem Fall stand ein Briefkasten in Flammen. Die Feuerwehr geht davon aus, dass Unbekannte Feuerwerkskörper hineingesteckt hatten.

Der Polizei in Duisburg wurden 22 Brände und 37 Fälle von Körperverletzungen gemeldet. Ein Mann war mit einer brennenden Zigarette eingeschlafen, sein Wohnzimmer brannte vollständig aus. Eine Laube stand im Stadtteil Fahrn im Flammen - vermutlich war der Brand durch Feuerwerkskörper entstanden

Eine Garage an der Lobbericher Straße in Grefrath ist an Silvester vollständig ausgebrannt. Eine Streifenwagenbesatzung hatte das Feuer nur durch Zufall bemerkt. Ein Auto wurde Raub der Flammen.

Die Feuerwehr ist in Leverkusen zu 22 Einsätzen ausgerückt. Besonders viele Notrufe erreichten die Beamten in den ersten zwei Stunden des neuen Jahres. Bei einem Wohnungsbrand wurde eine Person verletzt.

Aus Sicht der Feuerwehr Ratingen verlief die Silvesternacht unruhig. Die Feuerwehr musste 14 Mal ausrücken, um Flammen zu bekämpfen. Der Rettungsdienst war 26 Mal im Einsatz. Die Beamten berichteten, dass Bürger aggressiv auf die Einsatzkräfte reagierten.

In Dortmund überschlug sich ein Auto mehrfach, nachdem die betrunkene Fahrerin den Wagen gegen eine Verkehrsinsel gesteuert hatte. Alle vier Insassen des Autos wurden zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Im Kreis Heinsberg erlitt ein Dreijähriger durch einen umherfliegenden Silvesterknaller Verbrennungen an Ohr und Schulter. Er wurde in eine Kinderklinik gebracht. In Münster warfen Unbekannte einen Böller durch ein gekipptes Fenster in eine Polizeiwache. Ein Beamter erlitt ein Knalltrauma. In Mülheim an der Ruhr brannte ein Mehrfamilienhaus lichterloh. Das Haus ist laut Polizei nicht mehr bewohnbar. Vier Menschen im Alter von 49 bis 91 Jahren kamen ins Krankenhaus.

Autofahrer mussten sich landesweit auf Kontrollen gefasst machen. Im Rhein-Erft-Kreis wurden 306 Fahrer überprüft. Mehrere von ihnen mussten wegen Alkohol- oder Drogenkonsums Blutproben abgeben. Aus dem Kreis Minden-Lübbecke berichtete die Polizei hingegen: "Obwohl bei zahlreichen Verkehrskontrollen etwa 230 Fahrzeugführer auf Alkohol- und Drogenkonsum überprüft worden sind, muss keiner der Überprüften gleich zum Jahresbeginn um seine Fahrerlaubnis bangen."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Feuerwerk angezündet - Männer angefahren

(anch)